Textbörse oder Supermarkt?

Es ist kaum zu glauben, aber eine Textbörse propagiert den Supermarkt tatsächlich an den Autoren vorbei: Dem Auftraggeber wird ausdrücklich empfohlen, bei Kladden, die er in der Auftragsbeschreibung mit einreicht, nur die Hälfte der Wortzahl anzugeben und somit zu bezahlen. Krieg ich also einen Auftrag, in dem 500 W. verlangt sind, soll der Auftraggeber auf Empfehlung der Textbörse zwar diese verlangen, aber nur 250 beauftragen und vergüten. Noch besser – aktuell geht es um ein ganzes Buch, ich soll dafür also nur die Hälfte einiger hundert Euro bekommen.

Ich glaub, nee, ich glaub nicht, ich denke zu wissen: Da hat jemand den Urknall nicht gehört oder war mittendrin. Karrrummmms, Denkapparat defekt. Oder so.

Von alleine wäre ein Auftraggeber nie auf sone Idee gekommen, hätte allenfalls höflich angefragt, ob sich beim Wortpreis was machen lässt. Dem stimme ich unter verschiedenen Umständen auch zu.

Kladde: Ich bekomme eine Liste mit Stichpunkten, die nachzurecherchieren und auszuarbeiten sind. Das ist für mich nicht weniger Arbeit, manchmal sogar mehr, als wenn ich einfach das Thema erhalte und gleich selbst recherchiere. Ein vom Auftraggeber „fertiger Text, der nur umgeschrieben werden muss“, kann alles Mögliche bedeuten.

Damit verabschiede ich mich von diversen Aufträgen ins Wochenende und widme mich lukrativeren Angelegenheiten, sei es „nur“ Seele baumeln lassen und den Racker bespaßen, statt mir vorschreiben zu lassen, dass Auftraggeber auf einmal nur die Hälfte zahlen sollen – und das ohne Autorenwissen /Absprache. Pöh!

*schnappatmungwiedereinstell*

Wortzaubereien und Allerlei

IMG_1286Von Supermärkten und Discountern kenne ich das: Für Schnäppchen und Sonderangebote wird Werbung gemacht. Auftraggeber machen bei Textbörsen, je nach geforderter Qualitätsstufe oder beauftragtem Autor, bisweilen auch Schnäppchen. Dass Textbörsen damit aktiv werben, ist geschäftspolitisch nachvollziehbar, selbst, wenn sich niemand mit „hier gibt’s billig“ anfreunden muss. Es gibt schließlich genug Schafe Autoren, die sich um die Billigschreiberei reißen. Das ist keinesfalls wertend gemeint, sondern einfach eine Feststellung.

Generell praktisch an einer Textbörse ist ja unter anderem: Autor möchte arbeiten, also klickt er in die verfügbaren Aufträge und sucht sich etwas Schreibbares oder Unschreibbares raus.

Nun kommt es vor, dass es Aufträge gibt, die einfach vor sich hindümpeln. Niemand will sie schreiben. Warum? Das würde ich mich in der Position eines Betreibers fragen. Autoren benötigen ein klares Briefing und erfüllbare Anforderungen, die im Rahmen eines einigermaßen adäquaten Preis-Leistungs-Verhältnisses liegen. Ist das nicht gegeben, bleiben Aufträge, insbesondere in den höheren Qualitätsstufen, eben…

Ursprünglichen Post anzeigen 427 weitere Wörter

Eine Antwort zu “Textbörse oder Supermarkt?

  1. Revididation oder wie das heißt: Der Fairness halber muss ich ergänzen, dass ich inzwischen, nachdem mein Kopf ausgequalmt hat, mit der betroffenen und anderen Textbörsen telefoniert habe und es sich – nach der Betroffenen Aussage – wohl um ein Missverständnis handelte.

    Wie das nun zustande gekommen sein mag, entzieht sich meiner Kenntnis. Haken wir es mal so ab, näch?

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