Fledermäuse auf Föhr

Foto0971_v1Insgesamt gibt es unter den Fledermäusen etwa 1.300 Arten, darunter nur drei in Mittelamerika anzutreffende Blutsauger. Die auf Föhr anzutreffenden ernähren sich ausschließlich von Insekten. Auf der nordfriesischen Insel sind es, glaube ich, nur zwei oder vielleicht auf drei Arten, darunter – glaube ich – die Zwergfledermaus und ein Abendsegler (bringe ich noch genauer in Erfahrung).

Fledermäuse sind nachtaktiv: Bei Dunkelheit schwärmen sie aus, um Insekten zu fangen. Dazu zählen insbesondere Nachtfalter und Stechmücken. Für Menschen sind sie also durchaus als nützlich oder zumindest als erfreuliche Erscheinung anzusehen 😉

Erfreulich ist auch, sie beobachten zu dürfen. Abendsegler ziehen wohl etwas früher los als andere Arten und lassen sich bereits bei Dämmerung blicken. Auf Föhr spielt das im Sommer allerdings kaum eine Rolle, da es im Sommer kaum dunkel wird. Ihr Flug ähnelt ein wenig dem der Schwalbe, wirkt nur etwas flatterhafter. Scheinbar geräuschlos fliegen sie zum Beispiel Lichtquellen an, die bekanntlich Insekten anziehen. Aber auch in der Nähe nachtblühender Pflanzen sind sie aktiv, da sich dort ebenfalls Insekten wie Falter aufhalten. Damit ergibt sich bereits die erste Möglichkeit, Fledermäusen etwas Gutes zu tun oder auch sie anzulocken, um sie beobachten zu dürfen: Wer einen Balkon oder Garten hat, sorgt einfach dafür, dass einige Nachtblüher gepflanzt werden. Welche dazu zählen, folgt in einem weiteren Beitrag.

Eine weitere Möglichkeit ist, für geeigneten Unterschlupf zu sorgen, da der Wohnraum für Fledermäuse – auch auf Föhr – leider rar ist, weshalb sie zu den bedrohten Arten zählt. Dabei ist allerdings zu bedenken, dass sie außerdem unter Naturschutz stehen: Genutzter Unterschlupf darf nicht entfernt oder auf irgendeine beeinträchtigende Art beschädigt/behandelt werden.

Gerne nutzen einige Arten leerstehende Dachgeschosse wie Spitzböden. Die sind aber auf Föhr selten geworden. Verfügbar, aber weniger geeignet, sind Scheunen, da Fledermäuse mit der dort oft üblichen Belüftung nicht klarkommen. Wer also innerhalb des Hauses keine Möglichkeit anbieten kann, aber dennoch zum Erhalt der Population beitragen möchte, greift auf Fledermauskästen zurück.

Fledermauskästen haben ein kleines Einflugsloch – zu klein für Vögel, so dass sie ausschließlich und konkurrenzlos von Fledermäusen genutzt werden. Sie werden in einigen Metern Höhe am Haus aufgehängt. Die Nutzung erstreckt sich vom sicheren täglichen Unterschlupf zwecks Schlaf über die Aufzucht des Nachwuchses bis hin zur Überwinterung. Deshalb haben Fledermäuse im Sommer viel zu tun – sie müssen sich einen Energievorrat für die kalte Jahreszeit anfressen. Geeignete Fledermauskästen können selbst gebaut werden, verschiedene Vartianten sind außerdem käuflich zu erwerben. Auch dazu folgt ein weiterer Beitrag – es ist nämlich nicht egal, wie sie konstruiert sind und wo sie idealerweise aufgehängt werden.

Menschen müssen keine Bedenken haben, Fledermäusen in der Nähe ihres Wohnraums Unterkunft zu gewähren. Sie gelten weder als Krankheitsüberträger noch schleppen sie allgemein Ungeziefer ein. Auch Verschmutzungen fallen nur geringfügig durch die Ausscheidungen an, die sich jedoch in trockenem Zustand leicht wegfegen lassen. Sie bauen keine Nester, so dass kein Nistmaterial eingeschleppt wird und sind nahezu lautlos – lediglich wenn sie sich bedroht fühlen stoßen sie für den Menschen wahrnehmbare Angstlaute aus und gelegentlich kommunizieren sie untereinander … kaum hörbar. Ansonsten bedienen sie sich für das menschliche Ohr nicht wahrnehmbarer Frequenzen.

Fazit: Fledermäuse stellen in keinster Weise eine Belästigung dar, stehen unter Naturschutz und haben mit dem knapp gewordenen Lebensraum zu kämpfen. Unter Nahrungsmangel leiden sie in den ländlichen Gebieten auf Föhr kaum. Wohl aber schaden ihnen eingesetzte Pestizide, die von Insekten über Blütenstaub und Ähnliches aufgenommen werden oder behandeltes Holz: All das kann zum Tod führen – ein weiterer Grund, weshalb sie selbst auf Föhr zunehmend bedroht sind. Wer jedoch geeignete Pflanzen und Unterschlüpfe zur Verfügung stellt, leistet ihnen einen großen Dienst und trägt maßgeblich zum Populationserhalt bei. Zudem kommt jeder Helfer in den Genuss, die Flatterer gelegentlich bewundern zu dürfen, was andernfalls nur bei zufälligen abendlichen oder nächtlichen Begegnungen möglich ist.

Auf den Geschmack gekommen?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s