Zwangerzwungenbezahltevolksverdummung

So bezeichnete ein Politiker die Aufklärungsarbeit der Sendung „Monitor“, kürzlich wieder zu sehen auf WDR, so in einem der Rückblicke mit Augen im Spiegel fixiert für nach hinten zu gucken. Ich bin ja nicht so der Fernseher, manchmal ist es aber doch ganz entspannend, belustigend, nixsonsttuig. So auch in diesem Fall – Herr Politiker echauffierte sich, trotz fundierter, belegbarer Recherche, weil die eh nur sehen und glauben, was sie wollen.

Na solln se doch … wenn alles nur Bla ist, ist es ja egal, denkt sich Blondie. Diese Wortkreation mit Doppelwert gefiel ihr aber. Einige Tage später bediente sie erneut die Tasten der Fernbedienung statt die des Laptops und fand just Verwendung für die doppelttolle Wortkreation.

Wo das lief, weiß ich nicht mehr, nur, dass es ein Privatsender war und die Eurolüge mal wieder teuer verkauft wurde. Ansonsten kann ich die Auszeichnung zwangerzwungenbezahltevolksverdummung für 2014 nur an das ZDF weitergeben in Anbetracht der durch Gebühren zwangsbezahlten Rudelstellungspropaganda durch M. Nowak, deren von B. Ertel übernommenes Fantasiegespinst zu Lasten von Hunden und Menschen durch den öffentlich-rechtlichen Sender als bare Münze verkauft wurde – zwangsbezahlt, nicht vergessen.

Zurück zur Teuronenlüge. Da wurde behauptet, das Leben sei durchschnittlich nicht teurer geworden. Als „Beweis“ wurden die Kaffeepreise herangezogen: Kaffee sei heute – von DM nach Euro umgerechnet – billiger.

Aha! Einst bezahlte ich für Markenkaffee, zugegebenerweise im Angebot, aufgerundet vier Demark. Würde etwa zwei Euro machen. Ha! Im Discounter bekomme ich günstigstenfalls den billigsten Kaffee für 2,49 im Angebot, würde fünf DM machen. Der reguläre DM-Preis meines Lieblingskaffees belief sich auf 7,99. Würde knapp 4 Euro machen, den gibt das aber unter fünf Teuronen nicht, was sich dann auf zehn Demarks belaufen würde. Nett, oder?

Einst habe ich samstags meinen „Großeinkauf“ getätigt und bin – Zigaretten, Alkohol, Hunde-, Büro-, Technikkram und so ausgenommen – mit ner vollen Tasche und um 20 DM ärmer aus dem Laden gegangen. Unter der Woche habe ich Klein- und Frischkram noch nachgekauft. Just am Samstag nach der Währungsumstellung war ich für exakt dieselben Sachen mit 30 Euro dabei. Das war vor allem Salat und Gemüse zu verdanken, denn während die Zahlen auf den Preisschildern für die sonstigen Sachen in etwa halbiert waren, nur statt DM ein € dahinter oder darunter prangte, wandelten sich die für Strauchtomaten von 1,99 DM pro Kilo auf 1,49 Euro, die für ne Gurke von 30 Pfennig auf 35 Cent, die eines Salatschädels von 70 Pfennig auf 60 Cent, ezetera.

Dass die Preise für Milchprodukte gestiegen sind, dafür sei nicht der Teuro verantwortlich, sondern die Tatsache, dass mit der Euro-Einführung die Haltung der Milchkühe gestiegen ist, was gemäß dem Angebots-Nachfrage-Gesetz zu einer Senkung der Milchpreise geführt hat. Öh, ja, is richtig, die Bauern kriegen weniger, die Verbraucher zahlen mehr. Hä? Ähnlich verhält es sich bei den Preisen für Meeresgetier – an den hohen Teuronen sei die Überfischung schuld. Ähm, räusper, wisst ihr, ich sitz ja an der großen Quelle: Die Fischer kriegen weniger, die Verbraucher zahlen mehr. Höhö, morgen kommt der Weihnachtsmann durch den Schornstein geflogen, echt!

Die Mietpreise seien auch moderat geblieben, verkündet die Stimme der unbezahlbaren Volksverdummung, lediglich in Ballungsgebieten sei ein Anstieg zu verzeichnen. Ja klar Schnucki, im Ballungsgebiet Föhr haste ganz sicher 1.000 DM für ne kleine Einzimmer-Wohnung im Monat hingelegt, heute entsprechend 500 Euro. Ey, klar, du bezahlte TiVi-Stimme kriegst Cash für die Lügen, die du der thumben Glotzmasse verklickerst, die mit ihrer Blindgläubigkeit bezahlen und schon der Werbung entgegenharren, wie viele Prozente mit dem aktuellen Sonderangebot des Händlers X in der kommenden Woche gespart werden können, während der DM-Preis mal eben die Hälfte betrug. Betrug! Das ist doch umgekehrt, do Doof, der Euro hat etwa die Hälfte von der Demark, also legste trotz Sonderprozentersparnis drauf. Mann ey.

Brot, das ich für zwei Mark bekommen habe, hat übrigens direkt nach der Umstellung zwei Teuronen gekostet. Hui – wären dann vier billige Demark. In welche Richtung hoppelt der Hase eigentlich? Dass das nu drei Teuronen kostet, ist natürlich der Inflation und so zu verdanken, außerdem sind ja die Strom- und Benzinpreise gestiegen, die Mehrwertsteuer außerdem, Diäten müssen auch noch regelmäßig erhöht werden. Aber: Der Preis für so einige Lebensmittel hat sich schon exakt zum Zeitpunkt der wunderhässlichen neuen Noten und Münzen mal eben so verdoppelt oder gar mehr. Ich hab ein unbezahlbares Comupterhirn, das könnt ihr nicht nach ein paar Jahren mit bisschen dahergesponnenem bezahlten Blagedöns umprogrammieren. Dumm gelaufen, wa?

Ja, Zwangerzwungenbezahltevolksverdummung ist das in der Tat, Fluchtweg nicht in Sicht. Einen unbezahlbar schönen Abend wünsche ich allen Lesern noch, Tippfehler sind heute übrigens umsonst 😉

Eine Antwort zu “Zwangerzwungenbezahltevolksverdummung

  1. Also auch wenn ich nicht mehr so genau weiß, wie viel konkret ich zu DM-Zeiten für manche Lebensmittel ausgegeben habe .. ich erinnere mich noch genau daran, dass in meinem Lieblings-Große-Größen-Shop plötzlich ein T-Shirt nicht unter 20 Euro zu kriegen war … also 40 DM .. son einfaches … bei Ulla Popken, die bissel mehr Qualität bietet, was ich mir früher noch leisten konnte .. und dann habe ich nicht aufgepasst und meinen Enkeln allen nen Pulliver für 60 Euro gekauft … und mir hinterher überlegt .. oh die wachsen da bald raus, war doch ganz schön teuer. Dieser Kinderladen war zwar vorher auch nicht unbedingt billig, aber so teuer war der davor halt nicht.

    Bei Lebensmitteln ist die Milch jetzt wirklich von 69 auf 59 Cent gesunken … da ich meine Pferde bei nem Milchbauern stehen habe, weiß ich, das liegt daran, dass die Milchquoten abgeschafft wurden .. bei 70 Kühen wird das hart werden für die Familie, denn die Milch könnte noch weiter absacken .. und die Bauern kriegen ja viel weniger .. sie überlegen, einen der Käbchenställe jetzt für Pensionspferde fertig zu machen, davon mehr aufzunehmen, um den Verlust auszugleichen.

    Aber generell muss ich erst jetzt .. also seit 2007, wo wir von Hartz IV leben müssen, extrem viel rechnen und kann Dir versichern, dass die 7 – 8 Euro pro Person, die man in einer Bedarfsgemeinschaft im Jahr mehr kriegt, hinten und vorne nichtmal die Preissteigerungen bei den allerbilligsten Sachen von Aldi oder Lidl ausgleichen .. Eier waren mal teurer, sind momentan länger schon auf 99 Cent statt 1,39 Euro .. aber generell brauch ich schlicht mehr fürs Essen, und das jedes Jahr und kann woanders immer weniger kaufen .. ist einfach so.

    Früher habe ich mal 800 DM brutto verdient, als ich ausgelernt hatte .. und bei Steuerklasse 5 500 DM raus bekommen .. und das war ein Supergehalt, war Industriekauffrau und das war der Tarif dafür .. weil unter Tarif wurde damals nicht bezahlt, später habe ich auch oft weit über Tarif verdient und wenn Weihnachten war, bin ich ohne zu rechnen einfach einkaufen .. für die ganze Bande .. minimum 2 Einkaufswagen hoch voll mit sonstwas an tollen Sachen, um die Familie zu verwöhnen.

    Von sowas träumen heute vermutlich sogar Leute, die noch einen anständig bezahlten Job haben.

    Wenn schönes Wetter war, ist man ins Auto . .irgendwo hin .. Eintritt egal .. es war genug Geld da … heute als wir noch das Auto hatten, habe ich schon überlegt, ob ich ne Freundin in Kiel oder Eutin mal besuchen kann .. alle paar Monate .. oder Jürgens Leute in Hannover, und so weit ist das ja nicht … da musste man endlos drauf sparen.

    Ja … die spinnen … ich muss auch nur in die Runde meiner Nachbarn schauen und sehe nur Menschen, die pleite sind .. aber unsere Wirtschaft boomt angeblich .. klar ist das Volksverdummung.

    LG
    Renate

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