Rackereien: Ich habe entschloinickt

Foto0512_v1… und auch schon wieder beschleunigt. Ent, das bedeutet ab, schloi, das bedeutet tüddelig, nickt, das bedeutet abgenickt heil. Für Menschen: Ich wurde kastriert. Das war ein Abenteuer sach ich euch, und auch wieder nicht, weil ich mal echt nix mehr machen konnte, entschloinickt halt: Also meine Eier sind ab, weil ich tüddeln musste unnu darf ich wieder rennen und alles andere, was Spaß macht.

Ok, von vorne. Ich hatte ja die Überschüssige Gallenkotzerei und so, dann hat die Menschin mir einen grooooooßen Pieks verabreichen lassen. Inzwischen kotze ich seit Wochen, ach was, Monaten nicht mehr und bin natürlich noch ein Racker, aber nicht mehr so hyper. Deshalb hat sie sich dann irgendwann für mich für das Entschloinicken entschieden. Ey, die wollte doch echt am Tag vorher und am Tag selbst noch einen Rückzieher machen. Ach was, nicht nur einen, die wollte das gar nicht mehr. Und doch. Und nicht. Und doch. Und … Menschen soll einer verstehen!

Naja, also der Morgen – je besser meine Laune wurde, umso ruhiger wurde meine Menschin. Um die musste ich mich erst mal kümmern. Dann sind wir ins Auto – hey ich darf mit! Warum sind die nur so ruhig?

Dann sind wir ausgestiegen, ratet mal, wo wir waren … Bei meiner Tierärztin! Ha, da wollte ich sofort rein. Ich mag die, so lang sie mich nicht piekst oder sonstwie an mir rumfummelt. Hat sie aber, und wie, ich bekam ne autschige Spritze in den Po, die wollte ich nicht, also hab ich sie kaputt gemacht, die Spitze verbogen. Unbrauchbar. Mit mir macht ihr nicht sone Scherze.

Ich wurde etwas müde und bekam den Rest von der Spritze, hatte die echt einfach ne neue Spitze drauf gemacht. Dann wurde ich mehr als müde. Einschlafen wollte ich aber nicht. Nö! NÖ! Mein Kopf wackelte hin und her und her und hin und … aber, nö! Irgendwann haben sie mich trotzdem mit ins andere Zimmer genommen, haben mich einfach getragen, obwohl mein Kopf immer noch oben war und – nö!

Da bekam ich noch einen Pieks und musste doch schlafen. Hab noch gehört, wie meine Tierärztin zu meiner Menschin sagte, sie soll mich um 14 Uhr abholen. „Habt ihr sie noch alle? Schaut mal auf die Uhr!“ Sie hat sich aber gleich verbessert – sie ruft meine Menschin an, wenn ich vorher schon aufstehe und nach Hause will. Na was denkt ihr, was ich gemacht habe?

Natürlich hat sie mich vorher schon abgeholt, lange vorher. War etwas zittrig, also ich, bin aber trotzdem zum Auto gelaufen und alleine eingestiegen. Die meinten echt, mir helfen zu wollen, wie einem … egal. Ausgestiegen bin ich auch alleine und hab mich zu Hause erst mal hingelegt. Da bekam ich so ein komisches Ding um, Kragen nennt die Menschin das. Was denkt die eigentlich? Ich war etwas schwach, aber doch nicht verblödet. Ausgezogen hab ich das Ding! Die ist leider auch nicht verblödet und hat was gebastelt mit Halsbändern und nem weißen Bindezeug. Dann hab ich den Entschloinicker-Kragen nicht mehr abgekriegt.

Die Treppe hab ich noch nicht gleich geschafft, also musste ich unten bleiben – so viele Decken hatte ich noch nie, warum eigentlich nicht?

Auf die Decken hab ich dann aber doch schnell verzichtet und bin die Treppe hoch, weiß gar nicht, warum das vorher nicht geklappt hat. Es folgte die nächste Überraschung: Neben dem Kragen wurde ich nun auch noch oben eingesperrt, da stellt die doch glatt ein Brett an die Treppe. Hat die ein Brett vorm Kopp? Sie sagte, ich darf nicht so viel Toben, eigentlich überhaupt gar nicht, nicht mal die paar Stufen.

Dann hat sie mir den Kragen irgendwann abgefummelt und das Brett weggestellt, wir sind rausgegangen. Juuhuuuuu! Denkste Juuhuuuuu … Schleichwege an der kurzen Leine, bloß nicht an einem von meinen Kumpels vorbei, nicht mal alleine rennen durfte ich. Wieder zu Hause, gabs was zu Fressen, ich durfte die Treppe hoch, schwupps hab ich das Kragending wieder an und das Brett steht. Ey, so ging das ne Woche, eine ganze Woche!

Dass ich mir das nicht gefallen lasse, ist ja mal klar. Sie hat mich ums Verrecken nicht rennen lassen, auch nicht, als ich so doll ich konnte an der Leine geruckt und gerüpelt habe, nicht, als ich ihre Beine gepöbelt gehütet habe, nicht, als ich ihr die Beine in die Seite gerammt habe, nix hat geholfen.

Jahre einige Tage später bekam ich Besuch von meiner Tierärztin. Die hat mich nicht gepiekt, sondern nur angeschaut und gesagt: „Kragen ab, Brett weg, toben erlaubt!“ Endlich war der Spuk vorbei und wir haben eine Rennparty veranstaltet, über eine Stunde durfte ich Toben wie ich wollte, sogar zwischendurch mit meinem Kumpel. Ich sags euch, ich war so total entschloinickt, dass ich das voll ausgenutzt habe. Mitohne Kumpel, mitohne Spritzsand, mitohne Wasser, mitohne allem, was da war.

Dabei möchte ich betonen, dass meine Entschloinickerei nichts mit dem zu tun hat, was manche stellungsgerecht idiotischerweise so mit ihren Nummerhunden veranstalten – nämlich nix, die werden isoliert, abgeschirmt und zugelabert. Ich hab zum Glück nicht mal ne Stellung. Meine Entschloinickerei war einfach nur wegen den überschießigen Hormonen und der Dauerkotzerei und so. Mir gings ja einige Wochen nach dem großen Hormonpieks schon besser und nun gehts mir ganz ohne weitere Piekserei für immer besser, jedenfalls was das betrifft. Die Menschin meinte noch, dass das Entschloinicken bei mir ganz schnell ging, so manche Kumpels brauchen dafür viel länger. Bin doch nicht dämlich und tu mir das länger an als nötig, so eingekragt, eingebrettert, schleichwegig unrennig im Gänsemarsch. Nö!

2 Antworten zu “Rackereien: Ich habe entschloinickt

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