Seehundtötungen – never ending Drama …!

20141021_114802Mit Meldungen wie dieser fing es an, öffentlich zu werden: –>http://www.derwesten.de/panorama/tote-seehunde-im-wattenmeer-geben-experten-ein-raetsel-auf-id9934223.html.

Der Seehund auf dem Foto wurde übrigens auch erschossen – RIP, Kleiner …

Hier ein Video: –>https://www.youtube.com/watch?v=Tqn-NmX7pJo&list=UUa3pkaTJp7FXsU99fe4wwOQ – live unterwegs gefilmt, Qualität nicht so gut, erst in Originalgeschwindigkeit, danach in langsamerer Sequenz, etwa bei 0:21 ist deutlich zu sehen, dass der Seehundjäger den Seehund, weil der nicht in der Wanne bleiben wollte, voll gegen die Schnauze tritt. Nein, er tritt nicht gegen die Wanne, sondern gegen die Schnauze – schaut es euch genau an. Es gibt zwei Augenzeugen für diesen Fall: Nach der zufällig mitgefilmten Aktion ging es weiter, der Seehund wollte wieder aus der Wanne, der Seehundjäger schlägt ihm auf die Schnauze – bleib drin, du Vieh

Ja, Vieh! Anzeige gegen diesen Seehundjäger, der der Ansicht ist, die Viecher fressen ihm ja nur die Fische aus der Reuse, läuft! Über sein Vorgehen soll es übrigens schon einige Beschwerden gegeben haben.

Zurück zum Thema. Wenn ihr den Artikel unter obigem Link gelesen habt, seid ihr immerhin schon mal grundsätzlich informiert. Weiter im Text: Es kommt, immer noch und immer mal wieder, vor, dass sich Seehunde im Watt oder am Strand ausruhen, einfach so, oder weil sie tatsächlich geschwächt sind, zum Beispiel wegen Befall mit Lungenwürmern. Zur erfolgreichen Behandlung und wieder Auswilderung gibt es bereits einen –>Artikel hier im Blog. Gängige Praxis ist aber jetzt, dass alles, was irgendwo liegt, abgeknallt wird, einfach so. Dazu einige Zitate aus einer Mail vom –>Robbenzentrum Föhr:

– „Es muss doch echt was passieren, es wird immer suggeriert, der Name Seehundjäger sei nur noch so eine Bezeichnung…aber nein, es sind ja Hobby jäger!!! und dann sowas- uns scheint, durch die Freigabe der Tiere durch das Ministerium, haben diese Seehundjäger nun einen Freibrief alles abzuschiessen, was nun an denStrand gespült wird…

– „Denn es ist wirklich unerträglich- daß man nicht mal den Tieren helfen kann, die noch fit sind und überlebensfähig und wahrscheinlich gar nicht vom Virus infiziert!!

– „Friederichskoog nimmt keine Tiere

– „Aber wir z.B. hätten die Möglichkeit die fitten Tiere- die wahrscheinlich nur geschwächt sind oder Lungenwürmer haben-aufzunehmen und man könhte per Bluttest ja wegen das Virus untersuchen

– „Die Seehundjäger nehmen die Tiere ja auch mit nach Hause und erschiessn sie dort- haben kaum Schutzkleidung und fragen Passanten, ob sie mal mit anfasen!!

Also, von Hygiene und Schutz vorm Virus keine Spur….aber alles Töten was noch lebt!!
…und das nachdem man ein Tier noch so behandelt vorher- widerlich

Bitte entschuldigt die Tippfehler in den Zitaten – das Telefon des Robbenzentrum – von Janine – steht nicht mehr still, Kräfte am Ende, und das Drama ist wirklich never ending.

Was auch erschreckend ist: Der obige Zeitungsartikel ist ja nun einige Zeit her. Inzwischen hat es sich auch am anderen Ende der Insel rumgesprochen, dass vermutlich Seehundstaupe zahlreiche Opfer unter den hübschen Wassergöttern fordert. Deshalb trauen sie sich mit ihren Hunden nicht mehr an den Strand (schön, haben der Racker und ich ihn für uns), weil die Hunde sich ja anstecken könnten. Deshalb ist es auch gerechtfertigt, wenn alles, was da liegt, abgeknallt wird – so die letzte Woche weitläufig aufgeschnappte Meinung des „gemeinen Volkes“ im Westen der Insel.

Noch ein Zitat:

-„Hier nochmal das Video! War leider alles, was ich rausholen konnte, da die Aufnahmen sehr defokussiert, dunkel und wackelig waren. Ich denke aber doch, dass man erkennen kann, wie der Mann den Kleinen tritt.
Dazu sei nochmal gesagt, dass er ihm definitiv mit seinem Fuß direkt vor den Kopf/die Nase getreten hat, nicht nur gegen die Wanne!!!
Ich war wirklich schockiert. Habe erstmal einen Schritt zurückgemacht und konnte das Alles nicht glauben…

Stammt von der Dame, die die Tretaktion gefilmt hat.

Eine Bitte noch – wer auf Föhr einen Seehund am Strand oder im Watt sichtet, möge sich BITTE an das –>Robbenzentrum Föhr wenden, keinesfalls jemand anders kontaktieren. Was sonst passiert, dürfte ja nun klar sein, die Verantwortlichen vom Robbenzentrum schauen sich die Tiere hingegen an, untersuchen sie und versorgen sie ggf., um sie nach dem Aufpäppeln wieder gesund und fit in ihre gebührende Freiheit zu entlassen (wenn sie denn dürfen … haha … bitte dennoch unbedingt dort und nicht wo anders benachrichtigen!). Natürlich freut sich das Robbenzentrum auch auf euren Besuch, wenn ihr mal auf unserer schönen Insel seid.

So, mir ist speiübel – ich hoffe, die Infos versauen nicht allen Lesern den Tag.

 

(@Susanne: Detaillierte Info an/in Brüssel ist ausdrücklich erwünscht … danke!

@all – Wer von euch auf Facebook ist, bitte mal kurz bei mir melden – per Mail oder Kommentarfunktion nutzen, hätte da eine Frage. Und bitte die Infos wo und wie es geht teilen … Auch danke!)

 

9 Antworten zu “Seehundtötungen – never ending Drama …!

  1. Moin, also 1. ich bin bei Facebook. Sag mal Bescheid, was ich da für Dich tun kann. Mein Mann ist da auch und hat noch andere Leute als ich in seiner Freundesliste.

    Und 2. dass einige Robben gestorben sind, soll nicht an Staupe liegen, sondern von einem Grippevirus kommen, habe ich schon vor einer ganzen Weile bei NDR 1 im Radio gehört.

    LG
    Renate

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    • Dass der Virus bei toten Tieren nachgewiesen wurde, besagt nicht, dass sie auch an diesem verstorben sind. Was fehlt, sind Untersuchungen an noch lebenden Tieren und die Statistik einer ggf. erfolgreichen Stabilisierung und Auswilderung, es fehlen Informationen, ob auch auf Belastungen durch Verschmutzung untersucht wurde, auf Ernährung wegen eventueller Überfischung, auf Lungenwürmer, und, und, und.

      Deshalb heißt es bislang in allen Meldungen, die mir bekannt sind, vermutlich ist ein mutierter Vogelgrippevirus verantwortlich, nicht, dass es definitiv so ist.

      Die Vermutung rechtfertigt außerdem längst nicht, alles, was irgendwo liegt abzuknallen, ohnen den Zustand zu prüfen. Wie der recht wehrhafte Seehung in dem Video zeigt, hätte er zumindest eine Untersuchung verdient, statt einfach in die Wanne gekloppt und tödliche Kugeln sprechen zu lassen.

      Was gegen diesen Virus und/oder die angeblich lebensgefährliche Bedrohung für Tiere und Menschen spricht, ist außerdem die Tatsache, dass die Seehundjäger teils völlig ohne entsprechende Schutzkleidung handeln und dabei in engem Kontakt zu den Tieren sind, denn das Erschießen am Strand ruft zu viele Kritiker inklusive Medien auf den Plan, spätestens seit den sinnlosen Tötungen auf Sylt in der ersten Jahreshälfte. Allein deshalb werden sie eingesammelt und ohne Zuschauer gepengt, wobei beim Einsammeln dann noch gänzlich vor dem bösen Virus ungeschützte Spaziergänger um Hilfe gebeten werden, weil die vermeintlich totkranken Tiere ja so schwach und wehrlos sind, dass sie unbedingt eingesammelt werden müssen …

      … es ist einfach nur mal wieder ein willkommener Anlass, sein Budget durch Abschussrate zu erhöhen (Seehundjäger werden pro erschossenem Exemplar bezahlt) und dafür zu sorgen, dass die „Viecher“ nicht die ganze Fische aus dem Meer wegfressen …! Anders kann das nicht verstanden werden, so lange derart agiert und eine fachliche Untersuchung noch lebender Tiere erlaubt wird. Noch immer ist zum Beispiel den Experten hier genau das untersagt – im Gegensatz zu Holland und anderen Nordländern, in denen jährlich zahlreiche Tiere eingesammelt, untersucht, behandelt, aufgepäppelt und wieder freigelassen werden. Einfach mal in den ganzen Links nachlesen.

      Hier dürfen sie das nicht, weil Friedrichskoog das Monopol hat, und wie oben zu lesen, die nehmen keine Tiere auf. Warum? Kann das Ministerium und die Verantwortlichkeit dort beantworten ~

      Fakt ist – Friedrichskoog ist Touristenattraktion und wird öffentlich finanziert. Fürs grad mal wieder nichts tun. Hier finanzieren sie sich selbst und wollen den Tieren helfen, dürfen aber nicht. Dabei – siehe letzter Bericht hier aufm Blog und auch Info dazu vom Robbenzentrum – ist es durchaus möglich! Dass das kein leeres Gerede ist, habe ich mit eigenen Augen gesehen, das habe ich nicht vom Hörensagen.

      DAS ist der Knackpunkt. Menschen werden doch auch behandelt, wenn die krank sind, Tiere aller Art auch. Nur Seehunde, bei denen eigentlich ein Jagdverbot besteht, dürfen nicht behandelt werden, ganz gleich, was nun die wirkliche Ursache für den ein oder anderen Tod ist – im Zweifel würden einige überleben, werden aber mit Gutheißen des Ministeriums Schleswig-Holstein abgeknallt, von einer Art Kopfgeldjägern.

      Gruß an den Naturpark Wattenmeer und seine sinnlosen Opfer von einer, die ihren Verstand noch zu nutzen weiß, liebe Verantwortlichen!

      :-/

      Danke erstmal fürs Teilen, ich melde mich per Mail die Tage wegen Facebook.

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  2. Hei Nicole,

    alles klar .. mails hole ich zigmal am Tag, das finde ich dann auf jeden Fall. Du hast die Problematik ja schon öfter genauer erklärt und ich weiß zumindest so ungefähr, was bei Euch da los ist.

    Ich habe nur damals mal kurz bei RSH was von einer der Tierschützerinnen gehört, die da in einer Sendung mal über dieses Thema sprach, aber danach nie wieder.

    Jetzt beim NDR neulich, wo ich die Meldung hörte, dass wieder etliche Seehunde sterben, das kam ein paar Tage und zuletzt eben mit der Meldung, es sei nicht die Staupe … es hörte sich alles eher so an, als ob sie Behörden besorgt wegen der Seehunde wären.

    Solche Nachrichten hören sicher Millionen von Menschen und haben keine Ahnung, was da wirklich am Laufen ist.

    Ist unmöglich, finde ich auch.

    Wenn ich helfen kann, auch mit vielleicht noch was anderem über Jürgens und meinen Blog, sag mir mal wie genau.

    Ich habe auf meinen google + Profil .. nicht dem Blog, aber den lesen die ja auch … zur Zeit ca. 1,25 Millionen Leser gehabt .. mit Chance wird das gut gefunden.

    Ich weiß nur von meinen Hauptthemen Pferde, Hufrehe und auch einigen Hartz-IV-Sachen, dass die alle bei google auf Seite 1 zu finden sind .. was natürlich nicht auf jedes Thema zutrifft, aber einen Versuch ist es wert .. manchmal gehen manche Sachen auch erst nach einigen Monaten plötzlich hoch .. ich sehe das dann immer in meiner Statistik .. mit Glück halt.

    Also einfach melden, was ich machen kann, mache ich gern.

    LG
    Renate

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  3. Hi Renate,

    Das Teilen hilft schon, danke dir Renate! Viel mehr kann zur Zeit niemand tun, außer auf die „Missstände“ hinweisen.

    Zu den Behörden: „Ich bedauere …“ oder „bin besorgt“ schreibt sich leicht und lässt sich gut publizieren. Wäre ernsthaftes Interesse vorhanden, wären zumindest einige Änderungen bereits geschehen. Dummerweise wäre das mit Verpflichtungen verbunden … Friedrichskoog ist das Aushängeschild und wird finanziert. Friedrichkoog nimmt aber – siehe oben – grad keine Tiere auf, entweder sind sie ja schon tot oder werden – wieder siehe oben- erschossen, ohne Untersuchung.

    Kapazitäten wären auf den Inseln, die Seehundjäger müssten klare Auflagen bekommen, das Ministerium müsste entscheiden, dass Tiere vor Ort untersucht werden dürften, gegebenenfalls behandelt werden dürften. Die bedauernden Behörden verbieten aber genau das.

    Andernfalls müssten sie zum Beispiel das Robbenzentrum Föhr insofern finanzieren, dass die Kosten für Untersuchungen, Behandlungen, Auswilderung übernommen würden. Tun sie aber nicht, die müssen sich selbst finanzieren und noch aufpassen, dass sie sich nicht strafbar machen, sie dürfen ja keiner Robbe helfen, wenn nicht ein Seehundjäger das befürwortet, die wiederum klare Anweisungen haben: Hoch das Gewehr!

    Glücklicherweise sind nicht alle so – wir haben hier auf Föhr einen offensichtlichen – in meinen Augen kriminellen – Vertreter der Art, der mich nun gerne aufgrund meiner Meinungsäußerung anzeigen darf, aber auch einen, der nicht nur Kopfgeld im Kopp hat und derart brutal vorgeht. Auch auf einer Nachbarinsel (ich meine jetzt nicht Sylt, weiß dort nichts aus erster oder zweiter Hand, sondern kenne nur die Abknallberichte, als es noch keinen Virus gab, der Seehunde an den Strand getrieben hat (Merkwürdig, wa, wem fällt es auf?), deshalb kann und will ich nicht inselspezifisch pauschalisieren) gibt es einen, der nicht genannt werden möchte und nicht gesprächsbereit ist, weil er sich mal über die behördlichen Anweisungen hinwegsetzt – zum Wohl und zur Rettung der Tiere.

    Die besorgt bedauernden Behörden mit ihren Medienberichten gaukeln etwas vor, was völlig unstimmig mit der Realität ist.

    Ich habe dich grad angesprochen Renate wegen deinem Kommentar, meine dich aber natürlich nicht – gilt nur der Klarstellung: Echtes Bedauern würde Handeln voraussetzen oder folgen lassen. Für eben dieses Handeln setzt sich das Robbenzentrum Föhr ein – Seehunde untersuchen und behandeln zu DÜRFEN. Bisher ist es ihnen ohne das OK eines Seehundjägers verboten, der damit seine Prämie verlieren würde, und Friedrichskoog möchte das Monopol – lukrative Touristenattraktion – ebenso wenig aufgeben wie die öffentliche Finanzierung.

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    • Das ist einfach paradox und nicht zu verstehen, zumal es sich ja gerade bei Seehunden anders als bei manchen vielleicht unscheinbareren Tierarten doch um Tiere handelt, wo ganz sicher eine breite Masse der Bevölkerung ihre Zustimmung zur Hilfe geben würde .. ich hoffe, auch kommentieren hilft hier … meine Beiträge, die viele Kommentare haben wie der über Helpster, die werden besser gefunden als welche ohne … also hoffe ich, der hier rutscht hoch und wird noch lange von vielen Menschen gefunden und gelesen und auch geteilt werden. LG Renate

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