Ungerudelt genudelt

Foto0515_v1Da ich nun die entsprechenden Möglichkeiten habe, schlug meine kulinarische Experimentierfreude durch, so ganz explosionsartig: Ich habe Nudeln gemacht. Ganz alleine selbst habe ich den Teig liebevoll zubereitet und mir alle Mühe gegeben, danach die Nudeln geformt und nebeneinander gelegt, um sie anschließend im kochenden Wasser rudeln zu lassen.

Schon die Teigzubereitung war chaotisch, bin halt keine Köchin und Hausfrau habe eben die Stellungen der Zubereitungstaten unterschätzt. Mehl und Ei haben sich bekämpft, Wasser machte es auch nicht besser. Hätte ich mal ein Seminar besucht, welche Sorte ich genetisch mit welcher anderen vergesellschaften kann und wie die sich dann ganz ohne mein Zutun zum Rudel Teig formen.

Letztendlich war es aber doch so weit und ich legte Bandnudel neben Bandnudel, das heißt, ich habs versucht: Die einen klebten, die anderen rissen auseinander, … Das Ergebnis war ein Haufen mehr oder weniger formloser Teig in mehr oder weniger Nudelgestalt, den ich mehr oder weniger verzweifelt ins kochende Wasser kippte.

Hätte ich mal vorher einen Kochkurs besucht, in dem mir erklärt wird, welche Zutaten sich mit welchen unter welchen Umständen vertragen und wie ich die rohen, empfindlichen Babynudeln dann hinzulegen hätte, damit sie strukturierte Nudeln und nicht Chaosgebilde werden.

Dennoch – das Ergebnis hat mich erstaunt. Die Nudeln scheint die Unstruktur gar nicht gestört zu haben, die haben echt geschmeckt und haben sich im Topf augenscheinlich auch nicht stellungsgemäß formatiert, sondern lagen nach dem Kochen immer noch unstrukturiert herum. Ich hatte sie nun nicht abgezählt, mein Eindruck war aber nicht, dass sich welche gegenseitig zerfleischt hätten.

Neuer Mut regt sich in mir: Irgendwann nudel ich noch mal ungerudelt, die Forschungsreihe wird fortgesetzt. Nun möchte erst mal der ungerudelte Racker raus, meine Verdauung anregen. Sehr fürsorglich der, näch?

3 Antworten zu “Ungerudelt genudelt

  1. Das hört sich nach viel Arbeit an. Meine beste Freundin aus Kinder- und Jugendtagen (hat sich dann von uns verabschiedet, als mein Haus zwangsversteigert wurde und wir nicht mehr mithalten konnten … tja ..) zog vorübergehend mit ihrem Mann ins Schwabenländle (der war hier oben bei der Marine gewesen), brachte ihn irgendwann auch wieder nach Norddeutschland .. wir Nordies gehören halt hier hoch 🙂 … und damals war ich dann mit meinem Ex unten sie besuchen. Und da kochen sie Spätzle nicht von Aldi aus der Tüte, sondern die machen die auch selbst. Man kriegt da unten auch ein Gerät, das sich Spätzle-Maschine nennt. Und damals hatte ich über die Verwandtschaft meiner Freundin dann auch ein Rezept .. hab’s inzwischen vergessen, wie das ging …das werden dann, weil man die Spätzle durch sowas ähnliches wie eine Art Fleischwolf (halt Nudelwolf) dreht, so kleine Stückchen. Ist ein Gefäß mit Löchern drin und dann an der Seite dreht man langsam, dann rutschen sie durch in den Kochtopf .. muss schon kochendes Wasser sein, soweit ich das in Erinnerung habe. Die schmeckten auch gut. Das Anrühren ging eigentlich auch noch halbwegs .. schlimmer war immer das Abwaschen dieser Spätzle Maschine und auch der Schüssel, wo der Teig drin war .. weil klebt entsetzlich. Deshalb habe ich es auch irgendwann wieder sein gelassen und weiß heute nichtmal mehr, wo diese Spätzle-Maschine abgeblieben ist.

    Aber geschmeckt haben die Dinger auch gut, auch besser als die gekauften aus der Tüte.

    LG
    Renate

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  2. Du machst Appetit! Habe mir nach dem Lesen des Nudel-ungerudels eine Suppe gestellt – auf den Ofen.
    In diese Suppen- Wasser-Brühwürfel-Gruppe – ohne Nudeln und Gerudel – integrierte ich nach und nach – zum Eintopf vergesellschaftet, Karotten, Erbsen, Bohnen, Sellerie………waren aber nun erst 4 Zutaten und Muttern sagte immer, 7 müssen rein, dann ist es perfekt. Da fehlten noch drei zur magischen Zahl 7. Also hab`ich geschwind von der Nachbarin Kartoffeln, Wacholder, Lorbeerblätter und Blumenkohl ausgeliehen. Dafür bekommt sie zur Verurlaubung meine Tomatenpflanzen und darf währenddessen den Ertrag abernten.
    Aber ganz ehrlich: Ich hab`schon besseren Eintopf und Gemüsesuppen gegessen, als diese hier. Manchmal schmeckt eine „nur“ Kartoffelsuppe mit höchstens einem dazugewürfelten Karöttchen besser, als die vorbestimmte 7 `ener Zutatenanzahl aus dem Rezept. Und selbst wenn die Suppe aus nur einem Gemüse, wie zB. vielen Kartoffeln besteht, dann machts das Händling der Gewürze aus, obs passt oder nicht. Muss nicht immer strikt nach Anleitung sein. Flexibel und kreativ – das machts passend – vollkommen unstrukturiert püriert, verrührt!

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