Der Racker erklärt: Hunde sind die beste Medizin und Helfer in kritischen Situationen

Bild0125Eigentlich trifft das ja auf viele Tierarten zu: Wenn Menschen an ihre Grenzen stoßen, können sie helfen. Jeder hat eben seine eigenen Fähigkeiten. Meine Menschin hat zum Beispiel mal von ihrer Schlange erzählt, die Körper und Geist von hyperaktiven Kindern beruhigt hat, ganz ohne Nebenwirkungen. Auch von Katzen hat sie erzählt, die mit ihrem Schnurren Vibrationen auslösen, die sogar Knochenbrüche schneller heilen lassen. Von Delfinen, die therapeutische Aufgaben lösen, wird manchmal im Fernsehen berichtet.

Ich bin ja aber nun mal ein Hund, also erzähle ich euch heute, wie vielseitig wertvoll die Tierart Hund ist. Da muss ich zunächst mal ausholen: Dem Gerücht nach stammen Hunde von Wölfen ab und die haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Das bedeutet nicht, dass sich immer alle toll verstehen, sondern nur, dass sie wissen, wie sie sozial miteinander umgehen. Da gibt es viele Feinheiten in der Kommunikation, die ihr Menschen oft gar nicht kennt. Bei einigen, wie den Podencos und Pharaonenhunden, gibt es Hinweise auf Schakale als Ahnen, die andere Gene mitbringen, aber ebenfalls über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügen. Bei wild lebenden Hunden sind die meist sehr ausgeprägt, in der Obhut des Menschen werden die bei allen Arten Hunden gerne mal unterdrückt – oft aus Unkenntnis, manchmal aus Bequemlichkeit, hin und wieder auch aus Prestigegründen.

Warum sind also Hunde so eine tolle Medizin? Das ist doch ganz einfach: Wir schenken euch bedingungslose Zuneigung, sorgen dafür, dass ihr euch bewegt, ihr müsst Verantwortung ausüben und diszipliniert sein. Wir wirken sozialer Vereinsamung entgegen, bringen euch zum Lachen und geben euch Aufgaben. Dafür müsst ihr natürlich erst mal was tun, einfach so klappt das nicht! Je mehr ihr investiert, umso enger wird allerdings die Bindung zwischen uns und euch und um so mehr können wir für euch tun, was wir ja eigentlich auch wollen.

Das ist aber längst nicht alles, wir können sogar mehr, als eure Wissenschaft zu leisten in der Lage ist, den menschlichen Fähigkeiten in kritischen Situationen sind wir sowieso überlegen.

Wir riechen Veränderungen im Blutzuckerspiegel, riechen und fühlen die unterschiedlichsten Krankheiten, spüren vermisste Menschen zu Land und im Wasser auf, sogar unter vielen Trümmern finden wir Verletzte, denen dann schnell geholfen werden kann. So retten wir Tag für Tag viele Menschenleben.

Anderen ermöglichen wir einfach nur, den Alltag zu bewältigen und mit den Gegebenheiten der Gesellschaft zurecht zu kommen. Stellt euch mal vor, ihr seid auf den Rollstuhl angewiesen und euch fällt etwas Wichtiges runter, zum Beispiel der Schlüssel oder die Geldbörse. Selber aufheben könnt ihr das nicht. Dafür sind wir da, wir machen das für euch. Wir führen blinde Menschen zuverlässiger durch die Straßen, als das eine menschliche Begleitung könnte. Wir helfen auch Artgenossen, wie ich aus Erzählungen und Erfahrungen weiß: Oft schon haben mir meine Kumpels und Kumpelinen in komischen Situationen über meine Unsicherheit hinweggeholfen und von meinem Vorgänger, dem Pascha, weiß ich, dass er sehr fürsorglich war und vielen Hunden geholfen hat. Er hat mit seiner Menschin sogar auch mal eine Leiche gefunden. Toll war das sicher nicht, aber immerhin hatten die suchenden Verwandten dann Gewissheit …

Schaut doch mal –> hier oder –> hier oder –> hier, was wir zu leisten in der Lage sind – nur einige Beispiele. Wir machen das echt gerne und sind von Natur aus prädestiniert dafür, einen angemessenen Umgang mit uns vorausgesetzt. Indem ihr uns verachtet, verachtet ihr Menschenleben! Wenn ihr euch über uns aufregt, sollte euer Unmut eigentlich den Menschen gelten, die sich nicht so kümmern, wie es ein angemessenes Sozialverhalten erfordert. Wir wissen, wie das geht, tun aber, was uns gesagt wird und unsere Pfoten sind nicht so entwickelt, dass wir unsere Hinterlassenschaften selber in eine Tüte packen und in den Müll schmeißen könnten.

Wir mögen es aber auch nicht, wenn alle Hunde mit ihren Menschen über einen Kamm geschert werden, nur weil ein Team mal Scheiße baut. Ihr Menschen müsst doch am besten wissen, dass es sone und solche gibt. Verehren dürft ihr uns natürlich – im Namen aller, die sekündlich wertvolle Dienste an den Menschen leisten. Dienste, die kein Mensch, keine Wissenschaft und keine Technik in der Lage zu vollbringen ist.

Ich selbst lerne ja noch, aber ich habe meiner Menschin auch schon mal das runtergefallene Hand zugeschoben, als sie sich wegen autschen Knochen nicht rühren konnte. Na gut, ich habe ihr auch schon mal die Ohrringe geklaut, als sie geschlafen hat, aber das war Spaß und so weiß sie immerhin, was ich mit meinem großen Gebiss außer Fressen noch so alles kann. Ich spüre außerdem jede Stimmung und reagiere darauf, Worte sind nicht nötig.

Ja, solche Dinge kann sogar ich unausgebildeter Racker. Nun stellt euch vor, was ich alles leisten kann, wenn meine Fähigkeiten weiter gezielt gefördert werden! Immer, wenn ich etwas so gemacht habe, wie es von mir erwartet wird, freue ich mich hündisch. Umgekehrt würde ich mich freuen, wenn auch meine Bedürfnisse und die aller Kumpels und Kumpelinen menschlicherseits mehr berücksichtigt würden. Wir sind nun mal Hunde und keine Maschinen, die auf Knopfdruck funktionieren. Wir haben Gefühle und brauchen euch, um uns in dieser komischen menschlich regierten Welt zurechtzufinden und wohlzufühlen. Je besser das gelingt, umso lieber und besser arbeiten wir mit euch zusammen, wir Medizine und Helfer.

Warum fangt ihr nicht einfach bei euch an, mal so Einiges zu überdenken?

4 Antworten zu “Der Racker erklärt: Hunde sind die beste Medizin und Helfer in kritischen Situationen

  1. Schöner Text und so wahr .. ich hab grad ne Mittelohrentzündung und vor ein paar Tage tat mir barbarisch das linke Ohr weg .. Boomer hat das sofort erfasst und war mit der Zunge drin zgange, als ich im Bett lag … genauso putzt er immer meine schrotten Schienbeine, die wegen meines Herzfehlers etwas angeschlagen sind .. er riecht das, glaube ich, und sagt sich, Massage mit Zunge kann nur helfen. Sollte unser „Freund“ von neulich mal lesen, das wär doch was Positives zum Verlinken für ihn LG Renate

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    • Bzgl. deiner Mittelohrentzündung: Wenn du irgendwie etwa 8 Euro abknapsen kannst, hol dir in der Apotheke Belladonna und Aconitum, beides in D6 oder D12. Das im Wechsel einnehmen, alle drei Stunden drei bis sieben. Im Wechsel!

      Wird gut. Gute Besserung.

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  2. Hey Renate,

    ich habe dort ebenso sachlich wie du kommentiert. Mein Kommentare werden nicht freigeschaltet. Deiner ja auch erst, nachdem du es hier angesprochen hast.

    Meinungen sind bei hundefreiesdeutschland nicht erwünscht und werden allenfalls freigeschaltet, um das Gesicht nicht ganz zu verlieren, wie just ganz offensichtlich. Ist keine Mühe wert.

    Trotzdem – um so schöner, immerhin dich dort zu lesen – sachlich. Hast du gut in Worte gefasst.

    Gruß an Boomer und deine Hotties …

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  3. Er hat inzwischen doch was frei geschaltet, von mir nochmal und auch von Dir und auch eine zu verstehende Antwort gegeben, was ihm so einen Schock versetzt hat … was ich sogar in gewisser Weise nachvollziehen kann. Lies mal rein. Bei dem, was er mit einem Hund erlebt hat .. er sagt aber nichts über die näheren Umstände, warum das so passiert ist .. ich glaube, ich hätte auch einen Schock fürs Leben bekommen.

    Ich habe ihm darauf sehr lang was kommentiert .. unter anderem auch eine hundelose Geschichte eines kleinen Jungen, der vor den Augen seiner Schwester im Winter im Eis einbrach und ertrank … und der Story davor, wie wir einige Jahre davor mit 4 Familien versucht haben, diese drei Kinder von ihren Großeltern väterlicherseits betreuen zu lassen (der Vater war gestorben und die Mutter hatte sich hier oben einen sehr jungen Liebhaber gesucht .. ich lernte das Mädchen über die Pferde und die anderen Eltern kennen, weil wir die Rasselbande alle bekocht und betüdelt haben und uns die Kleine erzählt hat, sie möchten zurück zu Oma und Opa). Und noch einiges mehr. Ich habe versucht, ihm klar zu machen, wo in Deutschland das eigentliche Problem liegt, nämlich dort, dass weder die Ordnungsämter, Kreisveterenärämter im Falle von Tierquälerei oder die Polizei fast immer erst dann was tun, wenn das Kind längst in den Brunnen gefallen ist, aber fast nie auf Warnungen von aufgeschreckten Menschen reagieren, was gerade auch bei jemand, der nicht in der Lage ist, mit einem bissigen Hund umzugehen, doch wichtig wäre.

    Mal schauen, ob er das auch frei schaltet.

    Beim Ohr hat Antibiotika schon geholfen .. momentan quälen Jürgen und ich uns noch mit sowas wie „Uhu auf der Lunge“ … also Grippe total … war aber schon noch krasser .. deshalb bin ich grad so mau beim Lesen und Kommentieren und auch im Job .. kann mich immer nur sehr kurz konzentrieren und schlafe fast den ganzen Tag, und der Jürgen genauso.

    Grüße an die Hoppas leite ich morgen weiter .. der Boomer grüßt schonmal zurück.

    Das und wie man ein gefährliches Pferd halten kann, habe ich dem guten Mann übrigens auch erklärt … ich darf nur nicht erlauben, dass jemand rauf klettert, um sich das Genick zu brechen .. ansonsten haben wir fast alle Probleme bei ihr raus bekommen. Und zu mir kam wirklich ein Pferd, das ungefähr so wild war wie die, die man immer in den Märchenfilmen für Kinder im Kino sieht. Man kann die zähmen. Vielleicht könnte man die sogar reiten … aber ich nicht, dazu bin ich einfach nicht sportlich genug.

    LG
    Renate

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