Terrassenimpressionen

Foto0340Da ist sie, meine kleine, überraschende, schon am Freitag überraschend schnell fertig gewordene Terrasse. Noch überraschender kamen just am nächsten Tag Tisch und Stühle, so dass heute Morgen das erste Frühstück mit viel Kaffee und Entspannung dort stattfinden konnte. Eine Stunde Urlaub also in lauter Stille. Der Racker und die Diplidis-Lupinie haben mitgelauscht.

Er lag, ganz ehrlich, die ganze Zeit ruhig neben mir. Scheint ihm so gut zu tun wie mir hier.

Mein Blick schweift nach oben in die grelle Sonne und sieht hier und da einen Vogelschatten vor der Sonne vorbei fliegen. Mal ein Austernfischer, mal eine Möwe, mal ein Kolkrabe, mal keine Ahnung. Da bemerke ich gegenüber auf dem Dach ein nervöses Amselmännchen. Er wippt mit dem Schwanz und gibt immer wieder einen Laut von sich. Etwa 1 1/2 Meter über mir höre ich einen ähnlichen Laut. Das Amselmännchen wird noch nervöser. Über mir unter dem Reetdach fliegt ein Amselweibchen weg. Nun hatte er wohl keine Wahl und ist trotz misstrauischer Nervosität zum Nest geflogen.

Da saß er und saß und saß, bis es einige Meter weiter aus einem Baum heraus schimpfte. Er sah sich erschreckt um, tippelte außer Sichtweite zum Nest, es fiepste, schon kam die Dame angeflogen und er war wieder dran mit Futtersuche. Das Spiel hat sich zweimal wiederholt, bis er in mir und dem Racker keine Gefahr mehr sah und nicht aus irgendeinem Baum heraus geschimpft wurde.

Foto0346Mein Blick schweift wieder nach oben, weil auf einmal die Sonne weg war. Schon Schatten hier? Nein – ein Wolkentanz, nur für den Racker und mich, der echt mit da hoch gestarrt hat.

Mein Blick schweift erneut in die Weite und entdeckt noch ein Naturwunder. Drei Meter, schräg über mir, sind drei Schwalbennester. Da haben weder die Jungs noch die Mädels Bedenken wegen den Eindringlingen auf ihrer wundersüßen neuen Terrasse, die noch etwas sandig ist, weil der die Fugen dicht machen soll.

Foto0348Mein Blick schweift mit einem zufriedenen, freien Gefühl in die Parallele und bewundert die Pumpe, die noch refunktionstüchtig gemacht werden soll, für all die Pflanzen, die hier noch herkommen, und zu dem Wein am Schuppen gegenüber, der auch noch aufgehübscht wird demnächst. Der Wein war schon totgesagt, aber Totgesagte leben ja länger – und prächtig, wie er deutlich zeigt. Die Terrasse dort drüben ist übrigens auch grad neu entstanden, zwischen die beiden kommt Rasen.

Immer noch liegt der Racker neben mir und genießt schweigend andächtig mit glänzenden Augen das Leben.

Ja. so ist das, nach karger Zeit und ewig langer Suche und so. Wundertoll.

11 Antworten zu “Terrassenimpressionen

  1. Wundervolltoll einfach nur – ich wusste gar nicht, dass ich das alles bestellt hatte 😉

    @fünfschönedinge – der Racker, der hypersensible – dazu schreibe ich gleich noch was – ist schneller angekommen, als nach den Startschwierigkeiten erwartet. Noch wundervolltoller …

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  2. Beyond … 😉

    Gerade erfahren – demnächst gesellt sich eine winterharte Hortensie aus Spanien zur Digitalen. Ein Ableger meines letztes Jahr verstorbenen Onkels, von dem ich zum Geburtstag schon einen kleinen Benjaminableger bekommen hatte, der hier nach einem halben Jahr Stillstand nun wuchert nach so kurzer Zeit. Hat natürlich viel persönlichen Wert so was.

    Was sich so alles in den unteren Schubladen findet …

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  3. Ich freu mich so für euch beide! Das Glück habt ihr euch redlich verdient. Und wer weiß, was noch alles in den unteren Schubladen auftaucht.

    P.S. Ich melde schon mal den Wunsch nach einem Ableger der Hortensie an, sobald es welche gibt in zwei, drei Jahren 😉

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  4. Notiert … Da hätte er sich drüber gefreut, wenn sie hier und da und dort weiterlebt. Die und der Ficus waren seine Lieblinge.

    Ich hab die lang schon wurzeligen Nangijala-Glücksbambusse die Tage endlich eingepflanzt, die stehen jetzt am Ostfenster und blicken rüber.

    😉

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  5. Man spürt richtig, wie dir und dem Tacker das Neue, Offene, die unmittelbare Natur gut tuen. Geile Terrassentür übrigens. In das Domizil würde ich auch sofort einziehen. Da schreibt es sich doch auch wie von selbst – oder?

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    • *grins*

      Jain …

      Ich war so durch, dass ich nie geahnte Patzer in jeden Text eingebaut habe. Die AGs waren glücklicherweise informiert und haben das locker gesehen, sonst hätte mich das sicher das halbe Einkommen gekostet. Nu geht das wieder so langsam … muss auch, weil ich keine Ausrede mehr habe.

      Nu ist das echt eine ganz andere flüssige Schreiberei.

      Wenn die Waschmaschine endlich steht (hoffentlich morgen) lade ich zum großen Essen und Kill für Gill und nehme wieder aktiver am virtuellen Leben teil.

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      • Hört sich gut an 🙂 Und ganz nebenbei habe ich eben gesehen, hat auch der Racker einen neuen Namen bekommen. Racker der Tacker 🙂

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