Textbörsengewurschtel: unter Verstand

Genauer gesagt: unter meinem Verstand – ich Vollpfosten mal wieder. Da gibt es einen Auftraggeber, mit dem arbeite ich seit vier Jahren über eine Textbörse per Direct Orders zusammen. Nun fragte er mich vor einigen Monaten über das börseninterne Nachrichtensystem, ob ich Interesse hätte, das Layout für einen neuen Shop zu erstellen.

Ja klar! Da ja aber jeglicher Kontakt außerhalb der Textbörse untersagt ist, mussten wir das, so ganz ordnungsgemäß, über die Textbörse klären. Er sollte also eine Zusatzvereinbarung unterschreiben und mir dann einen Textauftrag über zigixwievielauchimmertausende Worte einstellen, um meine webdesignerischen Leistungen zu entlohnen.

Mir wurde seitens der Textbörse damals zugesagt, dass die das mit ihm klären und mir dann sagen, wie sie verblieben sind. Nie wieder was davon gehört, trotz Nachfragen keine Rückmeldung – wie so oft. Nun fragte er mal wieder an, ob ich aktuell einige zig Texte für ihn schreiben kann – ja klar! Bei der Gelegenheit fragte ich ihn dann, ob die sich überhaupt mit ihm in Verbindung gesetzt hatten und was dabei rausgekommen wäre.

Ja nu – diese Zusatzvereinbarung enthält Klauseln, die er nicht akzeptiert, daher dürfen wir nach wie vor nicht außerhalb kommunizieren, was aber nun mal bei so einem Projekt zwingend notwendig wäre. Er war/ist – verständlicherweise – leicht angep… ob der Tatsache, dass Webdesign ja nichts mit meiner schreiberischen, über die Textbörse vermittelten Tätigkeit zu tun hat. Diese Dienstleistung bieten die schlicht nicht an, ergo …?!~~

Mit Webdesign meine ich jetzt nicht mal eben eine Überschrift oder sonst was mit Tags in einem Text formatieren, sondern komplett nebst HTML den CSS-Style plus die PHP-Skripte juristisch deutschlandundeukonform anpassen. Also so richtig echtes Webdesign für richtig echtes gutes Geld. Er wäre riesig erfreut gewesen, wenn ich das gemacht hätte, weil ich kann das nämlich und er kennt wohl auch noch meinen ehemaligen Shop und verschiedene andere Seiten aus meiner Kreativitäts-Programmierschleuder. Das weltweite Netz ist halt doch eine kleine Welt, näch? Textaufträge hätte er selbstverständlcih nach wie vor, wie er es ja auch aktuell praktiziert, weiter über besagte Textbörse an mich erteilt.

Ja nu – so können Auftraggeber auch verprellt werden. Ich bin natürlich auch leicht angep… ob der Tatsache, dass da Texter für Lau die HTML-Formatierungen übernehmen sollen und das nu mit echtem richtigem programmiererischem und grafiktechnischem Webdesign auf eine Stufe gestellt wird, was damit NULL, in Worten: NULL! zu tun hat.

Da ich Vollpfosten aber keine Lust habe, mich mit denen nun über diese „Auffassungssache“ rumzustreiten, nein, weil das ist erfahrungsgemäß sogar bei Nicht-Auffassungssachen vertane Zeit, die bekanntlich Geld kostet, darf ich also nun im Nachhinein freudig auf das einst willkommene Projekt verzichten und der Auftraggeber ist wirklich leicht angep… – glücklicherweise nicht wegen mir Vollpfosten.

Ich bedanke mich für diese weitblickende Weisheit und sehe einmal mehr den Damm bröckeln, der die Fluten irgendwann dieses intelligente „Konzept“ und widersinnige Gebaren wegspülen lässt. Ja nu – und dann? Steht ihr da ohne Auftraggeber und Autoren.

Was passiert eigentlich, wenn ich bei einem der zahlreichen Shop-Betreiber, die ihre Aufträge über diese Textbörse vergeben, einkaufe? Muss ich dann vorab einen Auftraggeber-Account anmelden, eine Zusatzvereinbarung unterschreiben und dem eigentlich auftraggebenden Shop-Betreiber, der sich freundlicherweise zwecks Abwicklung als Autor registriert, eine Direct Order erteilen, um meine neue Lampe bestellen und bezahlen zu dürfen oder mein Aquarium neu zu bestücken?

5 Antworten zu “Textbörsengewurschtel: unter Verstand

  1. Grins … ich kenne auch einige der Seiten, für die ich schreibe .. kriege ja die Links dahin .. teils sogar intern mit Passwort, damit ich sehen kann, wie das aussehen soll und so … und wenn wir nun ganz unerhrlich wären und uns einfach so bei denen .. sozusagen von außen .. melden täten. Habe ich auch nie gemacht, bin ja ne ehrliche Haut .. aber schwierig wäre sowas sicherlich nicht. Lach .. aber schade um den Auftrag für Dich und Du hast recht, der Kunde ist sauer, kann ich auch verstehen .. und es gibt doch gar keinen Grund, denn es wäre ja was anderes gewesen.

    Gefällt mir

  2. In dem Fall hätte ich ohne schlechtes Gewissen, wie Renate schon erwähnt, kennst du sicher seine Seite, über diese Möglichkeit den Kontakt gesucht, seine Seite designt und spätere TEXTE wieder über die TEXTbörse abgewickelt. Darin kann keinen Verstoß gegen die AGB erkennen, da sich diese auf Texterstellung beziehen. Du kannst Dir doch so einen lukrativen Job nicht kaputt machen lassen, weil die auf einem Gebiet mitkassieren möchten, auf dem sie OFFIZIELL gar nicht tätig sind.

    Gefällt mir

  3. … unter unseren Textern und Autoren finden Sie begnadete Juristen, die Sie gerne per Direct Order mit einem Mandat beauftragen können. Richten Sie die Wortzahl einfach nach dem vereinbarten Entgelt. Wir verschweigen diesbezüglich bewusst, dass wir zuzüglich eine Pauschale und Provision erhalten.

    Ebenso verhält es sich mit begabten Hausfrauen-TexterInnen und -AutorInnen, wenn Sie sich einen Pullover stricken lassen möchten. Berechnen Sie hier pro x Maschen y Worte beim Einstellen Ihres Auftrags. Wir leiten das gute Stück nach Fertigstellung und Zusendung an Sie weiter.

    Auch an Geburtstagstorten soll es Ihnen nicht mangeln, unsere Texter und Autoren stammen aus den unterschiedlichsten Fachbereichen, selbst die architektonische Hausplanung erhalten Sie – per ixzigtausendworte Direct Order.

    Sie sehen: Haben Sie sich einmal bei uns als Auftraggeber registriert, verschwinden alle Sorgen des Lebens im Nu! Nu? …

    Ihr habt ja recht – nu (!) ist der Zug aber abgefahren, da ich ja keine Rückmeldung erhalten und erst jetzt wieder mit dem AG Kontakt hatte. Nächstes Mal bin ich Vollpfosten schlauer. Echt.

    Gefällt mir

  4. Ich sehe das auch wie Gill. Webdesign ist ein ganz anderes Gebiet und hat mit Texterstellung ja wohl nix zu tun. In solchen Fällen auf andere Weise Kontakt aufzunehmen, kann kein Verstoß gegen die AGB einer Textbörse sein. Tut mir echt leid für dich, dass dir da viel Geld durch die Lappen gegangen ist.
    Interessant wäre ja mal zu erfahren, was das für Klauseln sind, die die dem Kunden da so gegen den Strich gingen. Weißt du darüber Näheres?

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s