Nangijala: Die Sache mit dem Wasser

Bild085Wasser ist zum Trinken da. Klar, oder? Der Racker ist mein erster nicht wasserscheuer Hund. Jacko mochte Wasser trinken und hatte nichts gegen Wasser von oben, aber wehe das hat seine Krallen genässt, geschweige denn mehr. Bei sintflutartigem Regen rausgehen – kein Problem – wären da nicht so viele große Pfützen gewesen, durch die der angeekelte Hund wie ein Storch durchwaten musste. Watt? Igit, nass! Aber in Anbetracht der weiten Rennfläche dann doch kompromissbereit gerade noch so vertretbar.

Was aber, wenn das Watt-Wasser mehr als nur die Krallen annässt? Der reine Horror. Seine Jugendfreundin war eine begnadete Schwimmerin und begeistert von allem, was platscht, was er aber nicht wusste. Wir waren den Tag im Watt unterwegs und mussten auf dem Rückweg durch einen Pril. Der war schon recht tief, ging mir bis Hüfte. Seine Freundin ist ihrem Frauchen begeistert hinterhergeplatsch, ich steh mittendrin, Jacko zwei Meter von mir entfernt und schaut panisch entgeistert … das meinen die jetzt aber nicht wirklich ernst, never ever …

Ich bin zurück und habe ihn überredet (ja, mit ihm musste alles ausdiskutiert werden), es einfach mal zu versuchen. Bis etwa zehn Zentimeter Wassertiefe hat er geschafft, dann aber nichts wie raus da. Schaut mich noch mal fassungslos beleidigt an und sucht sich einen anderen Weg. Kreuz und quer ist er gerannt, überall rundum war auf einmal dieses böse Nass!

Ihn also mit der Flex angeleint, ich durch den Pril, standen wir zu Dritt drüben und haben ihn gerufen, gelockt, was halt so ging. Reinzerren wollte ich ihn nun auch nicht, neee.

Stürzt sich seine Freundin wieder rein, schwimmt bis Mitte, bellt kurz und schwimmt wieder zurück. Das ganze drei mal. Er wurde zusehends unsicherer und hat mit sich gekämpft. Sie wieder rein, schwimmt zu ihm rüber und zurück. Er jammert. Sie wiederholt das Spiel, bis er sich endlich getraut hat. Ja, er hat es wirklich geschafft, durchzuschwimmen! Ansporn, dreifacher Jubel, juhuuu!

Das war aber das einzige und letzte Mal, dass er sich auf so was eingelassen hat. Nie wieder Wasser von unten, bäh! Er hat hat sich ausgiebig trocken gerannt und mich für den restlichen Tag gnadenlos ignoriert.

Zum Dank hat er aber seine Freundin (das ist die, die vor ihrem Schatten geflüchtet ist) eine Woche später vor einem leeren Plastikbecher am Deich gerettet, der da als angreifende Falle rumlag. Sie hat sich nicht vorbeigetraut, auch nicht in einem Fünf-Meter-Bogen. Also rennt der Pascha hin, patscht das Ding mit der Pfote platt, wedelt seine Freundin grinsend an und hat sie vorbeigeführt, ganz Gentleman.

Wasser ist zum Trinken da? Aber nur zu Hause! Unterwegs auf Hundeart trinken, auch nach zehn Kilometern Fahrradrennen bei 30 °C im Schatten, nö. Doch: Halt ihm die Flasche an die Schnauze und flöß es ihm ein, ein echter Mann eben. Rest vom Wasser zur Abkühlung über den Kopf gekippt, für die Abkühlung war er dankbar – kam schließlich von oben.

Seitenblick an den Strand – Sand ist cool, der spritzt so schön beim Rennen und Hund kann Höhlen bauen. Aber bitte nicht ins Watt, nein, will nicht, gefährlich, nie wieder!

4 Antworten zu “Nangijala: Die Sache mit dem Wasser

  1. Süß …. Chérie war ja auch recht wasserscheu .. aber sie liebte auch Stöckchen. Einmal war sie noch mit Omas Wuschelsusi, die gar nicht wasserscheu war und Kessi und Cindy von meiner Tochter an einem See, und klar wurden Stöckchen geworfen. Die kleine Kessi, die meine Tochter extra damals für unsere Enkelin gekauft hatte (Chihuahua-Yorki-Mix, den Janin auch halten konnte, weil unser Wolf-Mix sie immer umgerissen hatte mit dem vielen Schwung), hechtete genauso hinter dem Stöckchen hinterher wie Omas Wuschelsusi (rotes Tier, Mischlung aus Mopp und Hund, sah aus wie ein Wischmopp auf ganz kurzen Beinen). Das Privileg, das Stöckchen aus dem Wasser zu holen und zum Frauchen zu bringen, hatte allerdings immer Cindy, unsere pechschwarze Hündin, gemixt aus einer Schäferhündin, die im Zoo in Neumünster von einem schwarzen kanadischen Wolf gedeckt worden war. Aber das Mitrennen war für alle eben soooo schön. Nun ging die Tour in einen See und ich staunte, denn Chérie war mit der Gruppe in den See gelaufen .. und dann erst merkte sie, oh Gott .. Wasser, und das überall.

    Wusstest Du, dass kleine Podenkos im Wasser springen können wie afrikanische Springböcke oder Gazellen? .. Doch sie können .. immer mit dem Rücken hoch nach oben und allen vier Füßen auf einmal raus bis zum Land.

    LG
    Renate

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  2. Podencos, ob klein oder groß, können überall so springen 😉

    Das mit dem plötzlich im Wasser, verwirrter Blick und Hilfe, schnell raus da, ist meinem wasserscheuen Terriermix (vor Jacko) mal passiert. Schockschreck!

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