Nangijala: Seine erste große Liebe …

IMG_0166… war – nach mir natürlich 😉 : eine Kastanie! Das auf dem Foto ist Luna, sie hat ihn, einige Jahre später, endlich seine Kastanie vergessen lassen.

Er fand sie in unserem ersten Herbst auf Föhr zwischen vielen anderen Kastanien, hob sie vorsichtig auf und nahm sie mit. Er trug sie nicht etwa zwischen den Zähnen, sondern wie ein Maulbrüter im geschlossenen Fang.

So lief er bis zu Hause. Dort legte er die Kastanie vor mich, ich sie ins Regal. Als wir die nächste Runde raus wollten, musste sie mit. Da stand er, starrte ins Regal und jammerte. Dieser Hund konnte wirklich reden wie ein Wasserfall! Er reihte alle Laute und Töne, die ihm möglich waren, in unterschiedlichen Höhen und Tiefen zusammen und konnte dich in Grund und Boden plappern, ungelogen.

Gut, kommt die Kastanie eben mit. Ich gab sie ihm, freudigst grinsend (konnte er auch, wie ein Schimpanse) nahm er sie wieder nach Maulbrütermanier und trug sie durch die Gegend. Erst an einem Strandstück am Deich entließ er sie, um kurz mit ihr zu spielen. Ganz vorsichtig, versteht sich. Fertig gespielt, wurde die Kastanie auf der Wiese vom Sand befreit und wieder nach Hause getragen. So ging das eine Woche! Nicht einen kleinen Kratzer hat sie übrigens abgekriegt.

Dann ist es passiert: Er spielte mit seiner Kastanie an seinem Strandstück und sie verschwand im Sand. Drama! Er hat sie verzweifelt gesucht und mich angejammert, bis ich mitgesucht habe – vergebens, wir haben sie nicht mehr gefunden.

Noch ewig später, wenn wir an besagtem Strandstück vorbei kamen, lief er zu der Stelle, an der seine Kastanie abhandengekommen war und suchte sie verzweifelt. Ich hab ihm natürlich zwischendurch andere Kastanien gezeigt und auch mal die ein oder andere mitgenommen und ins Regal gelegt. Keine Chance, die wollte er nicht, er wollte seine Kastanie.

Danach fing er dann an, alle möglichen Tiere zu adoptieren, ob junge Vögel, kranke Kaninchen, Mäuse, frisch geborene Schafe oder ängstliche Hunde, er hat sie alle betüddelt. Immer, wenn ein Pflegehund wieder weg war, wurde er traurig – bis unsere Luna in sein Leben trat.

IMG_0158Gleich am ersten Morgen hat er ihr ihre neue Welt gezeigt und sich rührend um die Lady gekümmert, die das nach kürzester Zeit schamlos auszunutzen wusste.

Luna war eine Podenco-Windspiel-Dame aus Spanien und nicht ganz unkompliziert. Eigentlich hatte sie einen kleinen Schaden, der vielleicht ein wenig von den Schrotkugeln herrührte, die in ihrem leicht eingedellten Kopf wohnten.

Ein wenig lag es aber sicher auch daran, dass sie in Spanien hochträchtig aufgefunden wurde. Sie legte sich, kurz bevor ihre Welpen raus wollten, vor ein Restaurant und hatte die richtige Wahl getroffen. Nicht nur, dass sie nicht verjagt wurde, sie bekam sogar etwas Pappe, damit sie nicht auf den harten Steinen liegen musste, Wasser und einige Essensreste, bevor der Inhaber den Tierschutzverein informierte.

Die kamen auch sofort und nahmen die Hündin mit – um sie mit einem Bauch voller Welpen erst mal zu kastrieren. Ja, das nennt sich wohl Tierschutz … Das hat sie nie wirklich verkraftet. Hier hat sie einige ihrer Macken mit der Zeit abgelegt – natürlich nicht ihren Jagdtrieb und das schrille Jagdgejodel, das sie auch bei anderen Gelegenheiten gerne eingesetzt hat, um ihren kleinen Dickkopf durchzusetzen.

IMG_0160Jacko jedenfalls hat sich davon nicht stören lassen, er liebte sie abgöttisch und sie ihn. Wenn sie mal wieder abgehauen war (sie kam wirklich aus allem raus), musste ich ihn nur losschicken und sie trabte irgendwann ganz unschuldig an seiner Seite zurück. Nachdem Luna hier eingezogen war, hat er immerhin nie wieder nach seiner elfengleichen Kastanie gesucht.

3 Antworten zu “Nangijala: Seine erste große Liebe …

  1. Eine Kastanie? Ok! Wo die Liebe so hinfällt 😉 Aber da konnte wirklich keiner drauf kommen.
    Zu Luna – ich hab ja auch so eine ziemlich gestörte Podenco-Windspiel-Otterhound-Mischung hier. Da denke ich mir auch oft, was die wohl so erlebt haben mag, dass sie nicht so ganz einfach im Umgang ist. Aber wurscht, gerade die schwierigen Kinder und Hunde liebt man ja besonders …

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  2. Hei Ihr .. also Luna ist auf jeden Fall bildschön … die hätte mir, wenn ich die Wahl damals gehabt hätte, ja noch besser gefallen als meine Chérie … fuenfschoenedinge, Nicole kennt Chérie von Fotos, auch ein Podenco-Mix oder so .. sehr edel und ganz glatthaarig.

    Einer meiner Hunde früher, der Monti (Dobermann-Terrier-Mix könnte das gewesen sein) hatte lange eine Zuckerrübe zum Spielen. Dann kriegten wir unser erstes Pferd, die Nixe, damals noch Fohlen. Monti wollte mir ihr spielen und brachte ihr seine Zuckerrübe und Nixe futterte die einfach auf. Sein Gesicht hättet Ihr sehen sollen? Dann lief er hinter den Stall, da lagen noch jede Menge Falläpfel, brachte Nixe einen nach dem anderen .. und die freute sich, Äpfel schmecken ja gut .. für Monti waren das aber Spielzeuge zum Apportieren.

    Schließlich schaffte er es, dass Nixe begann zu rennen, immer im Kreis .. das war ihm dann doch etwas viel und er rannte ins Haus … er schaute da vorsichtig um die Ecke, der Schwanz stand ein Stück gerade nach hinten, dann abgeknickt nach unten und wedelte leicht. Ich glaube, er wusste nicht recht, ob er nun Angst hatte oder sich doch über die neue Freundin freute, die da bei uns eingezogen war und einfach seine Lieblingszuckerrüber gefressen hatte und nun auch noch so gefährlich schnell rannte, dass er richtig donnerte.
    ….
    Und wenn Boomer, unserem Terrier heute, einer seiner Bälle (er sammelt die, findet auch ständig neue, die andere Hunde irgendwo liegen lassen) unters Bett rollt, ist er auch immer sehr verzweifelt, weil er nicht drunter kommt .. er jault dann solange, bis einer von uns ihm hilft.

    LG
    Renate

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