Es wird wieder kulinarisch

Nach ewigen Monaten ohne wirkliche Kochgelegenheit hat sich das mit nebigem kleinen Küchenwunder endlich wieder geändert. Von 199 Euro auf 119 Euro war das Baby runtergesetzt, aktuell kostet es wieder etwas mehr.

Wo? Bei –> Amazon.

Hier gibt es ja nicht mal eine Kochnische und meine ehemalige Kombi hatte den Geist aufgegeben, als Jacko für einen Zeitraum von 24/7/30/3 Diät brauchte. Seitdem war weitgehend Brot und Salat angesagt zu Hause, nicht wirklich toll auf Dauer.

Nun gibt es wieder Kulinarisches und ihr werdet euch wundern, was sich mit so einem – für die Möglichkeiten und Leistung doch recht kleinen – Gerät und ohne Platz geschweige denn weiterer Kochgelegenheit alles zubereiten lässt. Aber zunächst geht es um die Kombi an sich.

Natürlich habe ich vorab zahlreiche, einige wirklich gute, ausführliche (nicht zu verwechseln mit positiven), Rezensionen bei Amazon gelesen, in denen verschiedene Schwachstellen erwähnt wurden. Teilweise sind die echt nichtig … ist mir doch egal, ob auf dem Gehäuse und am Fenster Fingerdatschen zu sehen sind, dafür gibt es Lappen, selbst ein Taschentuch kriegt die weg. Auch klar ist, dass sich so ein Ding während des Betriebs aufheizt – steht an jedem Backofen: „Achtung: Sichtfenster bei Betrieb heiß!“ Aber selbst in diesen minimalen Verhältnissen hier konnte ich meine kulinarische Unterstützung unter Einhaltung der Mindestabstände aufstellen.

Zum Betrieb: Hier kann ich erneut diverse Rezensionen/Beanstandungen nicht verstehen. Die Bedienung ist auch ohne Anleitung selbsterklärend. Mikrowelle funktioniert perfekt, Grill auch, Umluft auch. Mit der Grill- und Umluft-Funktion ist beispielsweise Fleisch oder Auflauf erstaunlich schnell fertig. Die Aufheizdauer im Umluftbetrieb ist megakurz, die Hitzeabstrahlung außen hält sich in Grenzen.

Warum es Kritiken zu dem gläsernen Drehteller und dem darunter befindlichen, mit dem für eine Mikro üblichen Drehmechanismus ausgestatteten Kunststoffeinsatz hagelte, kann ich bisher nicht nachvollziehen. Vielleicht platzt oder schmilzt das Zeug ja hier auch noch. Kann ich mir aber nicht vorstellen, weil das Gerät seit zwei Wochen täglich in Betrieb ist und entweder hält das Material der Hitze stand oder nicht – aber ich lasse mich letztendlich überraschen.

Meine Vermutung geht eher in die Richtung falscher Betrieb. Da ist die Rede von Kuchen oder Brötchen ohne drehenden Glasteller zuzubereiten, wobei der Grillrost aber genutzt wird. Der steht da also starr. Nach geschehenem Unglück folgt dann die Warnung, dass der Kunststoffeinsatz lieber rausgenommen werden soll, wenn der Glasteller nicht verwendet wird – obwohl natürlich in der offensichtlich angeblich so schwer verständlichen Bedienungsanleitung deutlich steht, dass der Betrieb in keiner Funktion ohne erfolgen soll, beides soll halt sinnigerweise drin bleiben. Auch ohne Speisen soll kein Betrieb erfolgen. Wer rät, warum?

Es folgt Kritik, dass Brötchen oder Pizza nicht gleichmäßig durch sind, stattdessen sogar unten roh und auf einer Seite verkohlt. Ja nu, das wird wiederum an den entfernten Einsätzen liegen – dreht sich da nichts, wird natürlich nur von einer Seite schräg oben erhitzt. Eine andere Sache: Der Hinweis, dass eine Pizza auf dem Grillrost mehr Hitze von unten abkriegt, als wenn sie direkt auf dem Glasteller liegt, ist doch eigentlich überflüssig … Wer legt die Pizza im Einbauherd schon auf eine isolierende Fläche am Boden? So geht das locker weiter mit den nicht nachvollziehbaren Kritikpunkten.

Was ich nachvollziehen kann: Der Drehregler ist arg leichtgängig. Merke ich aber auf Anhieb und bediene ihn entsprechend behutsam, dann klappt das auch problemlos mit den Einstellungen. Was ich auch nachvollziehen kann: Nach dem Grill- oder Ofen-Betrieb ertönt gelegentlich ein Knacken, selbst dann, wenn der Stecker gezogen wurde *augenroll*. Ich kann sogar nachvollziehen, warum: Das sind einfach die Geräusche, die beim Abkühlen entstehen, kein Grund zur Panik, geschweige denn, so ein nettes Baby zurückzuschicken. Was ich noch dazu nachvollziehen kann: Die Herstellerangaben bezüglich Zubereitungen im Umluftofen, wie er in der Einbauversion in Küchen zum Einsatz kommt, sind natürlich in so einem kleineren Gerät nicht anzuwenden, die Hitzeverhältnisse sind einfach andere. Stelle ich also schon fest, dass es keine fünf Minuten dauert, eher die Hälfte, bis auf 220 °C vorgeheizt ist, schraube ich die Werte entsprechend runter. Statt die halbe Ente wie angegeben bei 220 °C in 35 Minuten zuzubereiten, genügen ganz einfach 180 °C bei knapp 30 Minuten. Ist ein logisches Ding und spart neben Zeit auch noch Strom – tolle Sache das. Der Garraum ist mit 25 Litern übrigens wirklich geräumig, da geht auch was für den großen Hunger rein, den ich öfter mal habe.

Vielleicht erlebe ich ja in ein oder zwei Jahren noch mein blaues, flammiges, knallendes, schepperndes, stinkendes Wunder, wer weiß, aber bisher erfüllt mein Küchenersatz zuverlässigst seinen Dienst.

Fazit: Eine Mikrowellen-Grill-Ofen-Kombi zu einem optimalen Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer so ein Teil sucht, einfach mal obigen Link anklicken und weitere Details lesen. An eine Fehlinvestition glaube ich bisher jedenfalls nicht – und jetzt ruft der Hunger 😉

Ach ja – das noch: Die Energieabstrahlung scheint sich in Grenzen zu halten. Der Laptop steht direkt daneben, mit Internetstick (der grad mal im seitlichen Mindestabstand), und lässt sich in keiner Weise beeinflussen. Bei dem vorherigen Gerät (Clatronic) lahmte während dem Betrieb regelmäßig gerne mal das Netz.

7 Antworten zu “Es wird wieder kulinarisch

  1. Ich drück die Daumen, dass das Gerät lange hält … ohne zu kochen nur alles kalt zubereiten würde mich auch sehr stören .. kenne mich mit so modernen Sachen aber nicht aus und finde schon den Ceran-Herd-Backofen, den wir hier vom Vormieter haben übernehmen können, sehr chic .. hatte vorher nur normale E-Herde oder Gasherde in Gebrauch. …bei einem Ceran-Herd fällt auf, dass er schneller heiß wird und man etwas weniger Zeit braucht und insgesamt gern mal etwas „kühler“ kochen oder backen kann und außerdem kürzer, so meine Erfahrung zumindest mit dem mir hier zugelaufenen Luxus-Gegenstand.

    Gefällt mir

  2. Ich wünsche dir ganz viele kulinarische Erlebnisse mit dem Wunderteil. Hatte letztes Jahr auch schon mit einer solchen Anschaffung geliebäugelt. Aber dann hat der Dingens beim Auszug keine Küchengeräte mitgenommen, da brauchte ich’s dann doch nicht.

    Gefällt mir

  3. Ich werde euch mit vielen kulinarischen Genüssen nerven 😉

    Deutsch, tunesisch, italienisch, griechisch, nordisch, zauberisch, …

    Den größten Appetit hat mir neulich eine kalte Gurkensuppe mit Melisse und Gänseblümchen gemacht, auf das Rezept bin ich bei der Recherche zu einem Auftrag bzgl. glukosefreier Ernährung für Kinder gestoßen. Es lebe der Job, Allgemeinbildung flutet Hirn und Seele …

    Gefällt mir

    • Ich bitte darum! Kalte Gurkensuppe gibt’s bei mir häufig im Hochsommer, leckerlecker, allerdings ohne Gänseblümchen, das muss ich mal probieren. Ich habe gerade eine ganze Serie über Eissorten geschrieben. Rat‘ mal, wovon ich mich gerade ernähre? Damit wäre der Beweis erbracht, dass der Job auch dick machen kann 😉

      Gefällt mir

      • Also das Gurkenkalt war etwa so:

        Ungefähr 400 Gramm Gurken pürrieren, die dann mit 400 Milliliter Buttermilch mischen. Dazu kommt abschmeckend Kresse und Zitronenmelisse, außerdem bisschen Salz & schwarzer Pfeffer. Das schon mal kalt stellen, in der Zwischenzeit um die 40 Gramm Paprika in dünnen Streifen andünsten und 25 Gramm Sonnenblumenkerne kurz anrösten.

        Beides dazu geben, dann mit Gänseblümchenblüten garnieren, die natürlich mitgegessen werden können. Die Sonnenblumenkerne übersteigen meine Möglichkeiten und Paprika wird etwas labbrig, aber sonst: genial 😉

        Macht nicht dick ;-p

        Gefällt mir

  4. Das glaube ich … wäre ohne Buttermilch fast was, das auch meine Freundin Andrea begeistern könnte, die sich und ihren Mann aber ganz vegan ernährt und Milchprodukte dann immer mit irgendwelchen Ersatzflüssigkeiten austauscht … Andrea schreibt in meinem Forum zum Blog .. überall .. und vegane Rezepte gibt es in der Rezepte-Ecke von ihr .. ich selbst hatte neulich unter anderem auch Gänseblümchen in Frankfurter Grüner Soße mit drin nebst vielen anderen frischen Sachen von draußen, dann aber auch noch fertig gekauft diesen 8 Kräutern aus der Tüte vom Aldi, grüner Gurke und hart gekochten Eiern .. das dann alles in einem Mix aus Joghurt, Remoulade und Majo zu Kochfleisch und Pellkartoffeln … ich glaube, ich hatte Giersch, Gänseblümchen, Löwenzahn, Blätter und Blüten, Wegeric, Brennesselspitzen, Sauerampfer und noch dieses Wiesenlabkraut, so heißt das glaube ich .. sieht aus wie Mini-Waldmeister und wächst draußen auf Wiesen statt im Wald.

    Die Soße war sehr reichlich, deshalb hatten wir die 2 Tage später nochmal zu Fisch .. Scholle .. ging auch gut.

    LG
    Renate

    PS: Rezepte lese ich gern .. koche sie selten genauso nach, lasse mich aber inspirieren und mache aus diesen Ideen fast immer irgendwas.

    Gefällt mir

  5. Ich antworte gerade auf die süße Story von dem Racker und der Bank .. sehe die hier gerade nicht … Technik immer .. auf jeden Fall habe ich wieder herzlich über den süßen Kerl gelacht. LG Renate

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s