Tote Hunde 5 – das Ende vom Ende

011aIch habe lange überlegt, ob ich das wirklich hier vreöffentlichen soll … Aber ich finde keine Ruhe, wenn ich es nicht schreibe.

Am 14. März 2013 also habe ich die Fledermaus zum letzten mal gesehen und sie seitdem, soweit es mit dem Baby-Racker möglich war, jeden Tag gesucht. Auch Nachbarn und Bekannte mit Hund hatten die Augen offen.

Ich ahnte schon Schlimmes – Shanni war schließlich eine Podenca, die sich von niemand Unbekannten mal eben anfassen, geschweige denn mitnehmen ließ, ihr Heim kannte sie und den Weg fand sie auch immer, wenn sie denn mal stöbern war.

Die Sache mit der nachts offen stehenden Haustür war ja schon so seltsam.

Naja … am 21. März bekam ich schließlich gegen Mittag einen Anruf von einem benachbarten Fischer, ich soll mal bitte rüberkommen, kann er nicht am Telefon sagen. Da wusste ich schon, es ist schlimm, mir war speiübel und die Knie weicher als Butter.

Einen Tag vorher wurde sie beim Hafen Ausbaggern gefunden, genauer gesagt lag sie samt Halsband und Leine in einem Schiffsbagger, der bisschen Schlick beseitigen sollte. Mal eben zufällig vom Grund mit rausgebaggert …

Wasserschutzpolizei, Polizei und Vermieter hatten den ganzen Tag sporadisch bei mir geklopft, dummerweise musste ja aber der Racker noch mindestens alle 2/24h raus und ich war nie zu Hause, wenn die grad da waren. Hätte ja auch nichts mehr geändert, nur kam sie dann halt abends zum Abdecker.

So – nun verrate mir jemand, wie eine völligst wasserscheue Podenca, die sich in unwegsamstem Gelände zurecht findet, mit gesamter Montur im Hafenbecken landen kann, wenn nicht durch Fremdeinwirkung (ich sag nur „offene Tür“), das Ganze bei Wassertemperatur unter Null, eine Hündin, die naturgemäß weder Unterwolle noch Unterfett hat, kann das nicht überleben, zumal es bei meterhohen Mauern keinen Weg raus gibt.

Klar hat sie mal aus Versehen beim Wasserratten jagen Nass an die Pfoten bekommen am Strand, am Deich oder auf ner Buhne, aber um das Hafenbecken rum tummeln die sich nicht und kein Hund kann aus vollem Lauf besser stoppen, wenn es denn mal nötig ist, als ein Podenco.

Das war das endgültige, immer noch unfassbare, traurige Ende eines Dreamteams, das ich immer noch verdammt verdammt verdammt vermisse. Schon fließen die Tränen wieder und der Racker steht zum Ablecken und Trösten parat, wie er es schon als Welpe getan hat. Danke kleiner Mann …

Ich wünsche immer noch mir und dem, der dafür verantwortlich ist, dass ich niemals konkret und mit Gewissheit erfahre, was und aus welchem Grund da wirklich passiert ist.

So, demnächst folgen dann die schönsten Momente mit denen, die jetzt hinter dem Regenbogen toben – und ich kann versprechen, davon gab es viele!

3 Antworten zu “Tote Hunde 5 – das Ende vom Ende

  1. Nicole, das ist so schrecklich, dass mir die Worte fehlen. Ich kann mir nicht annährend vorstellen, wie schlimm das für dich ist und war. Warum müssen nur so schlimme Dinge geschehen? Aber ich denke, es ist gut, dass du es aufgeschrieben hast, manchmal macht es das Furchtbare mit der Zeit etwas leichter. Leider kann ich nicht mehr tun, als dich meiner Anteilnahme zu versichern. Fühl dich gedrückt von mir.

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    • Danke Medu …

      Manchmal ist das Leben/Schicksal wirklich unbegreiflich, von manchen Menschen ganz zu schweigen. Umso wertvoller sind die schönen Dinge. U.a. deshalb liebe ich deinen Blog. Wertvoll – voller (Lebens-)Werte.

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  2. Hei Nicole, lass Dich mal virtuell ganz fest drücken. Ich gehöre zu den Menschen, die sich Kummer sehr spontan von der Seele schreiben oder auch reden können .. nicht jeder ist so. Mir hilft das, mit Dingen, die schlimm sind, besser fertig zu werden. Ich hoffe, Dir hat es auch geholfen und Du wirst Dich dann besser fühlen.
    Meine Spanierin .. ich hatte ja auch eine Fledermaus .. war auch sehr wasserscheu ganz anders als der Jackie, den wir jetzt haben, der wenn ich nicht aufpasse, sogar im Januar ins Wasser springen und Stöckchen holen würde oder falls das blöde Stöckchen bei starker Strömung abtreibt, auch extra weit raus schwimmt, das Ding suchen und ich schon hinterher geschwommen bin, ihn rausholen.
    Aber Chérie hätte sowas nie freiwillig getan, die war wie Deine Shanni. Die ging allerhöchstens freiwillig mal mit den Füßen ins Wasser und wartete dann vorne am Ufer, um Boomer an Land das Stöckchen zu klauen.
    Meine Tochter und der eigentliche Papa meines Enkels von ihr haben aber mal in Kiel einen Hund aus dem Hafenbecken gerettet, der auch irgendwie da rein gefallen sein muss .. wie keine Ahnung .. genauso steil wie Du das beschreibst .. das war die Seite, wo immer die großen Segler anlegen, wenn Kieler Woche ist.
    Ob es Menschen gibt, die Spaß daran haben, einen Hund da runter zu schubsen?
    Sie hatten den Hund mit nach Hause genommen, die Polizei benachrichtigt und irgendwann kam auch sein Herrchen und hat ihn wieder abgeholt .. dem war sein Hund weg gelaufen, ganz woanders. Kein Menschen weiß, wie er dann dort hin kam und wie und warum er ins Wasser gefallen ist.
    Ich finde diese steilen Ecken generell gefährlich .. auch für kleine Kinder.
    Vor einigen Tagen fanden meine Stallnachbarn eine Maus im Tränkebottich ihres Wallachs .. die ist da auch rein gefallen und nachts ertrunken ,,, es laufen viele Mäuse bei uns im Stall rum und eigentlich ertrinken die normalerweise nicht in der Wassertonne, aber dieser ist es passiert.
    Es kann auch ein Unfall gewesen sein …aber warum, Shanni kann ja nichts mehr dazu sagen oder hätte es sowieso nicht gekonnt, selbst wenn sie das Glück gehabt hätte, dass sie jemand sieht und ihr hilft.

    Eine meiner Hündinnen habe ich mal im Winter aus dem Eis gerettet. Das passierte so:
    Meine Tochter warf ein Stöckchen auf dem Spazierweg nach vorn. Der geriet aber ins Trudeln und rutschte auf den Kirchsee, und der war vereist. Susi rannte hinterher und brach ins Eis ein …und ich bin keine Elfe, wie Du weißt .. ich habe mich dann lang auf den Bauch gelegt, hinter mit meine Älteste und dahinter noch mein ältester Sohn, der auch mit war .. jeder an den Füßen des anderen .. das Eis schwankte tierisch unter mir, aber ich konnte unsere Hündin raus ziehen, ohne selbst einzubrechen. Meine Lehre daraus .. bloß niemals im Winter in der Nähe eines zugefrorenen Sees Stöckchen werden, wen ein Hund in der Nähe ist, der Stöckchenholen liebt.

    Arme Shanni … wie immer ihr das zugestoßen sein Mag. Es tut mir auch unendlich leid für Deine Hündin und für Dich selbst auch.

    LG
    Renate

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