Wie lebt es sich mit Strom?

Da muss ich ja echt staunen. Es war grad mal eine Woche und einige Stunden ohne Strom, beziehungsweise später mit Notversorgung. Die alleine hat es mir ermöglicht zu arbeiten und meinen unbedingt notwendigen Kaffee dazu zu kochen. Damit war ich eigentlich … fast … zufrieden. Für den Moment, klar, besser als nichts.

Gestern hab ich schon nicht mehr dran geglaubt, dass wieder angeschaltet wird, nachdem sich bis kurz vor vier nachmittags nichts getan hatte. Meine Laune sank ab Mittag potenzial gegen null.

Auf einmal piepste was, Stimmen im Treppenhaus gesellten sich dazu, ich dachte, ich spinne: Strom!

Tja, wie lebt es sich mit Strom? Es gleicht einem Wunder, wenn die Hand einfach auf den Schalter tippt und es ward Licht. Es ist ein wunderbares Gefühl, ohne Taschenlampe aufs Klo zu gehen. Es ist erstaunlich, warmes Wasser aus dem chromenen Hahn fließen zu lassen – über die Haut, in das Geschirr, unglaublich, was Strom so möglich macht. Es grenzt an ein Wunder, nicht über Kabel zu stolpern und die Kaffeemaschine nicht auf dem Boden neben dem Bett einzustöpseln, um den geliebten schwarzen schmackhaften Wachmacher genießen zu können. Es ist ein Wunder der Technik, Speisen in einem kühlenden Kühlschrank aufbewahren zu können. Es ist purer Luxus, was anderes als Brot und Salat essen zu können, also so eigens zu Hause zubereitet. Es ist entspannend, nicht jede Sekunde fürchten zu müssen, dass jemand wieder den ohnehin überlasteten Anschluss durchknallt.

Wow! Strom in Vollversorgung ist ein ganz neues Lebensgefühl. Bin erstaunt.

Lustig, so im Nachhinein, echt!  😉

3 Antworten zu “Wie lebt es sich mit Strom?

  1. Du hast so einen genialen Schreibstil … man merkt die Stufe 5, die Dir gegeben worden sind. Ich kann mich reindenken und frage mich dabei wiederum .. mein Blog hat ja auch das Thema Hartz IV als Schwerpunkt und in diesem Zusammenhang stolpere ich immer wieder über befreundete andere Seiten darüber, wie vielen Menschen in Deutschland einfach der Strom abgestellt wird, die dann häufig monatelang oder länger so leben müssen, weil sie einfach nicht das Geld haben, um die Gebühr für die Wiederanstellung aufzubringen. Das Jobcenter, wo man glaubt, man würde ein Darlehn für sowas kriegen, übernimmt solche Kosten nicht. Mit Glück kann man sich Geld dafür in Einrichtungen wie dem Diakonischen Werk oder anderen kirchlichen Organisationen erbetteln, wo häufig einige mildtätige Seelen wie reiche Geschäftsleute schon einen Topf zur Verfügung stellen .. was diese Organisationen aber selten publik machen und unter den Ärmsten der Armen nur unter der Hand weiter gegeben wird. .. Und die haben dann ja nichtmal so ein Kabel für eine kleine Notversorgung. Armes Deutschland, denke ich dann immer und auch … wenn Ihr so weitermacht, wundert Euch nicht, wenn es irgendwann hier so richtig knallt, weil die Massen sich plötzlich anfangen zu bewegen, die Ihr jahrelang an die Wand getrieben habt. Ich finde, Strom gehört halt irgendwie heute zu den Grundbedürfnissen dazu, die man hat … das hast Du toll beschrieben.

    Und klasse, dass bei Dir alles wieder funktioniert.

    LG
    Renate

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  2. Jo, das ist echt schlimm, wenn sowieso das Geld schon nicht da ist und das Anklemmen noch mal extra kostet … woher nehmen?!

    Wir hatten das da noch echt gut mit der Hof-Fenster-Verkabelung und denen hinterhertelefonierendem Vermieter (die hatten da nämlich einen blinden Sachbearbeiter sitzen: Unsere Vorwahl ist 04681 – er hat daraus 04661 gemacht und die Insel kurzfristig aufs Festland verlagert, wo uns der dort zuständige Anklemmer natürlich nicht gefunden hat (die Story glaubt einem bald kein Mensch mehr so von A bis Z)).

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