Tote Hunde 4 – Shannis letzter Tag

018aEs sind noch einige wenige Stunden, bis Shannis Verschwinden sich jährt … Sie hatte sich wieder einigermaßen gefangen ohne ihren Fels in der Brandung, Jacko, und inzwischen war ja auch der kleine Racker hier. Der hatte abends Schnee gefressen und der kleine Magen fing nachts an zu rebellieren, gegen 0:30 Uhr musste er dringend noch mal raus.

Er war ja grad mal 13 Wochen, ich musste ihn noch die Treppe runtertragen, und er hatte es wirklich eilig. Dummerweise hatte und habe ich nur zwei Hände, die einige Dinge gleichzeitig erledigen sollten: Racker auf Arm nehmen, Shanni anleinen, Tür aufmachen, Tür zumachen, Licht im Treppenhaus anmachen. Für die Armnehm-, Tür- und Lichtgeschichte hatte ich Shannis Leine kurz hingelegt. So schnell konnte ich nicht schauen, war sie die Treppe runter und weg.

Das ist so: Die Treppe macht hier oben einen Bogen, den Eingangsbereich unten seh ich nicht, Außerdem ist es fürchterlich eng und ich habe eine Schiebetür, für die ich 1. ne Hand brauche zum zuschieben und die 2. zugeschoben sein muss, damit ich an den Lichtschalter komme. Warum nachts um halb 1 die Haustür unten offen steht, sorgfältig mit der Fußmatte offen gehalten, entzieht sich meiner Kenntnis. Oder vielleicht auch nicht, aber Vermutungen sind an dieser Stelle fehl am Platz.

Na gut, die Fledermaus war eine Vollblut-Podenca, entwischt ist sie nicht zum ersten Mal, aber nie so – sie wusste natürlich ohne es zu sehen, dass die Haustür offen stand und sah im dunklen Treppenhaus mehr als mehr als mehr als ich – ich hatte noch kein Licht, da war sie schon auf Abwegen.

Zunächst mal hatte ich mir gar keine Sorgen gemacht. Ihr Freiheitsdrang ließ sie hier und da stöbern und auf Pfiff kam sie irgendwann wieder freudigst angerannt, sobald sie ihre wichtigen Sachen, was auch immer, erledigt hatte. Der Jagdtrieb war mäßig und ich kannte natürlich auch ihre bevorzugten Orte, also durfte der Racker seinen geplagten Schneemagen entleeren, danach machten wir uns auf die Suche. Bis um 4:00 Uhr morgens blieb sie erfolglos. Nun war mir echt mulmig, denn zumindest hatte sie immer mit einem hohen, informativen Beller geantwortet, wo sie ist und dass sie gerade noch mit wichtigen Dingen beschäftigt ist. Jacko konnte das dann orten und hat mich zu ihr gebracht. Nu war ich aufgeschmissen, mit Meer rundrum hallt das aus allen Richtungen und der Racker war halt noch ein Baby.

Nichts von ihr gehört, sie nirgends gesehen, geschweige denn kam sie aus irgendeiner Ecke angerannt. Eine ganze Woche haben wir sie Tag und Nacht gesucht, alle befreundeten Hundehalter natürlich mit – von Fremden hätte sie sich nie anfassen lassen, aber Bekannte mit ihren Freunden, da hätten die Chancen gut gestanden.

Tja – leider habe ich sie nie wieder gesehen. Eine Woche später bekam ich die Info, dass sie gefunden wurde. Grausam, einfach nur grausam. Es ist gesünder für alle Beteiligten, dass ich nicht weiß, wer das verbockt hat.

Details demnächst hier. Immerhin – der letzte Tag war eine einzige Freude für sie, den Racker und mich.

4 Antworten zu “Tote Hunde 4 – Shannis letzter Tag

  1. Der Schluss-Satz lässt nichts Gutes ahnen, kann gar nicht. Lass Dich mal virtuell drücken. In das Gewurstel mit der Tür, dem LIchtschalter und so weiter kann ich mich reindenken. …. By the way … schön, dass bei Dir alles wieder zu laufen scheint. LG Renate

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