Von Robben, Ziegen, Hängebauchschweinen, Schweinswalen & Co auf Föhr

Joker und ich möchten euch mal wieder ein bisschen von Föhr berichten. Wir haben heute unsere Janine getroffen, just, nachdem wir den –> NDR-Film angeschaut hatten.

Janine war ziemlich fertig, müde. Tag und Nacht kümmert sie sich um egal welches Tier, finanziert wird alles, wenn überhaupt, über Spenden. Die wiegen niemals das Futter auf, das für die Ziegen, Hängebauchschweine, Hühner und andere aufgenommene Nutz- und Wildtiere anfällt.

Schon gar nicht die Zeit und Mühen, die für Meerestiere wie Kegelrobben, Seehunde, Möwen, Schweinswale … Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen, deshalb führe ich den Satz auch nicht zu Ende.

Bodo, das inzwischen große Hängebauchschwein, kenne ich noch als Miniatur, da war er gerade im Tierhuus angekommen und hatte sich mit Jacko angefreundet. Manche Ziegen kenne ich auch seit … je nach Alter.

Ich möchte euch nahelegen, den NDR-Film anzuschauen und euch selbst eine Meinung zu bilden. Bei Medien bin ich ja selbst skeptisch. In diesem Fall weiß ich live, dass alles, was von und über unsere Janine, teils in Zusammenarbeit mit dem kooperativen Holländer Andre, gezeigt wird, weit untertrieben ist.

***

Unabhängig davon meine eigenen Beobachtungen: Es wurden vermehrt Schweinswale angespült. Jetzt stranden vermehrt erschöpfte Robben.

Ich bin ein Frühaufsteher und liebe die Rufe der Möwen und Austernfischer. In diesem Jahr höre ich sie kaum …

Wer sich etwas mit der Aquaristik auskennt, weiß, wann das Wasser sich ändert. Ein Seewasseraquarium wird nicht ohne Grund mit Eiweißabschäumer betrieben. Ich belasse es mal bei der Umgangssprache: Rückstände aus lebendiger Materie wollen abgebaut werden.

Nun ist der Winter mal eben erst vorbei. Trotzdem spült das Meer ununterbrochen Eiweißschaum an. Das kommt sonst allenfalls im Sommer vor. Noch hat das Wasser hier 5 °C, dazu ausgeprägte Tiden.

Nein, irgendwas stimmt da ganz und gar nicht mehr, nicht mal mehr hier, wo es sich später bemerkbar macht, als dort, wo der Blanke Hans nicht hin und wieder tobt.

***

Zurück zu Janine, den Robben, den Schweinswalen. Was mir bitter aufstößt: Friedrichskoog sagt, sie sind gut ausgestattet. Der Jäger in der Doku sagt sinngemäß, das Tier hat wahrscheinlich … also kann ich es nur erschießen. Hallo, wo ist das Problem, dass ein Tierarzt das beurteilt?

Frage an Friedrichskoog – selbst wenn annodazumal alle verstreuten Robbenstationen geschlossen wurden – was spricht dagegen, dass sich auch andere auskennen, helfen, euch entlasten? Im Hier und Jetzt?

Frage an die Politik, oder wer auch immer diesbezüglich Entscheidungen zu treffen hat: Warum werden Seehunde und Robben wie Tiere zweiter Klasse behandelt? Warum schaut ihr nicht auch mal nach den Ursachen? Warum schäumt das Meer im Februar und März vor unübersehbarem Eiweißabbau? Wo sind all die Möwen und Austernfischer hin, die hier auf Föhr sonst das ganze Jahr über toben, mich abends in den Schlaf und morgend rausgesungen haben?

***

Schaut mal auf der Föhrer Robbenseite nach, liebe Leser, natürlich erst, nachdem ihr den oben verlinkten Film gesehen habt. Hier hatte ich das Thema außerdem schon mal angesprochen.

Schreibfehler könnt ihr mal wieder behalten, habe müde. Nur eins noch: Wenn ihr den Film auf NDR seht, vielleicht versteht ihr dann, warum ich auf Föhr bleiben möchte, warum mein Herz im Takt mit dieser Insel schlägt, warum es in der Seele wehtut, gehäuft diese oder jene verendeten Meerestiere und Vögel aufzufinden.

5 Antworten zu “Von Robben, Ziegen, Hängebauchschweinen, Schweinswalen & Co auf Föhr

  1. Einen herzlichen Dank fuer diese ‚zauber’haften Inseleinblicke. Ich bin so eine ‚Inseltante‘ und kenne auch Foehr. Drei lange Wochen durfte ich einmal mit meinem damals neugeborenen Sohn dort Urlaub machen. Ich werd’s nie vergessen.

    Nun lebe ich auf einer anderen Art von Insel: in Bruessel. Der NDR Film, der von einer erstaunlichen ‚Kompetenz‘ von Robben’jaegern‘ kuendet ist daher schon auf dem Weg in einschlaegige EU Rechner:))

    Wenn es mich nochmal auf die Insel spuelt….heule ich auch ein bischen und hoffe, dass ich nicht zum Abschuss freigegeben werde.

    Liebe Gruesse,

    Susanne Heinitz

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    • Hi Susanne,

      die einschlägigen EU-Rechner klingen gut 😉

      Am 6.4. gab es im WDR, Tiere suchen ein zu Hause, am Ende der Sendung auch eine Reportage – da ging es speziell um die Robbentötungen auf Sylt dieses Jahr, über 100 sind da in kürzester Zeit erschossen worden, in dem Zusammenhang auch wieder die Robbenstation Föhr, die Holland-Initiative und Friedrichskoog.

      Weiß nicht, ob das online noch abrufbar ist. Interessant war’s jedenfalls allemal.

      Gruß zur Europa-Insel

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    • Danke fuer den Link 🙂 Es gibt doch immer wieder Erstaunlichkeiten in Good Old Germany…….wo ich mich doch immer noch nicht erholt habe von einem – in anderer Hinsicht – ebenso erstaunlichen 10-monatigen Aufenthalt in Baden-Wuerttemberg im letzten Jahr……Kulturschock kann ich nur sagen. LG, S.

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