Tote Hunde 3 – Hintergründe und Nebenwirkungen

Bild028Es war nicht nur der grausamste Tag meines Lebens, als Jacko eingeschläfert wurde, das Ganze zog einen Rattenschwanz nach sich. Ich war völlig am Boden, Seelenamputiert. Die Fledermaus ebenso, völlig verunsichert war sie ohne ihren großen Bruder, ihr Vorbild, ihren zuverlässigen Begleiter. Ersetze mal als Mensch so einen Hund – geht nicht …

Haben wir also gemeinsam getrauert. Das heißt, wir haben es versucht. Es war ja Weihnachten, die scheinheilige Zeit, am Abend nach Jackos Tod war ich eigentlich bei meinem damaligen Freund zum Essen eingeladen. Hatte ich Lust auf Gesellschaft? Hatte ich Hunger? Klares Nein.

„Wie lang soll das denn jetzt noch so gehen?“

Hallo? Jacko war noch keine 24 Stunden weg, ich war total am Po!

Täglich klingelte daraufhin mehrmals das Telefon Sturm. Ging ich mal dran, hagelte es Vorwürfe, das Leben geht ja schließlich weiter. Ganz ehrlich war nur sein Ego angekratzt, weil ein toter Hund offenbar einen höheren Stellenwert hatte als er. Nö, so war das gar nicht, ich hatte einen höheren Stellenwert und musste klarkommen, außerdem auch schauen, dass Shanni sich wieder fängt.

Er war übrigens heulend über dem Tisch zusammengebrochen, als die Spritze gezückt wurde, während ich meinen Pascha im Arm hatte, bis der letzte Atemzug getan war. Wie kann das nur einen Tag später vergessen sein? Für mich war er ein Teil von mir, ich vermisse ihn immer noch höllisch.

Nachdem ich genug hatte von Vorwürfen und Beschimpfungen, war die Freundschaft beendet. Sehr zur Freude eines Bekannten, der sich dadurch Chancen erhoffte (*augenroll*). Der wiederum hatte nichts Besseres zu tun, als mir zu erklären, dass ich sie nicht mehr alle hätte, 2.000 Euro in den drei Monaten für nen Hund ausgegeben zu haben, nur um ihn schließlich zu verabschieden. Er, der monatlich sein halbes Gehalt im Automat verzockt, ein Viertel versäuft und den Rest gelegentlich für die Miete berappt oder eben keine zahlt – ein Grund, weshalb jetzt das Haus in dem wir wohnen verkauft wird und ich mit in der Scheiße sitze. Er, der eine inzwischen erwachsene Tochter nebst deren Mutter gegenüber wohnen hat und niemals nur einen Cent Unterhalt abgedrückt hat, bisschen gefaked über all die Jahre mit dem Einkommen, das reicht.

War ich wütend? Mehr als das, und verletzt. Jacko war mit Geld nicht zu bezahlen, trotzdem kostet es natürlich, wenn mal was ist. Hätte ich ihn zuckend auf dem Boden liegen lassen sollen und schlafen gehen? BOAH!

Die Entscheidung zum Einschläfern ist immer hart und oft auf einer schmalen Kante getroffen. Etwa einen Monat später erzählte mir unsere Tierärztin, dass noch vier weitere Hunde mit denselben Symptomen bekannt waren, Ursache unbekannt, einer davon ihr eigener. Er ist der einzige, der überlebt hat, die anderen ebenfalls eingeschläfert, allerdings sofort, die haben nicht mal ein paar Tage durchgehalten.

Ihrem Hund konnte sie selbst auch nicht helfen und hat ihn aufs Festland in eine Tierklinik gebracht. Insbesondere, da nun schon vier Hunde verstorben waren. Dort wurde er mit allen verfügbaren Methoden durchgecheckt und behandelt. Er hat nur einen leicht schiefen Kopf zurückbehalten, ganz selten mal leichte Koordinationsstörungen. Mir kommen jedesmal vor Freude die Tränen, wenn ich ihn sehe, die beiden Jungs waren die besten Kumpels und immerhin er …

Bei Jacko waren halt die Ausfallerscheinungen stärker. Beruhigend waren die Worte der Tierärztin dennoch, weil ich spätestens dann wusste, die Entscheidung war richtig für ihn. Ein Leben mit ständigen Ausfällen und Quälereien hatte er, der lebensfrohe Rennhund, nicht verdient.

Shanni kam nur langsam klar, ich habe für sie stark getan, konnte uns sogar wieder einen männlichen Begleiter dazu holen – den Joker. Dafür habe ich mich zusammen mit Jacko von „Freunden“ verabschiedet, die egoistisch und scheuklappenbehaftet dachten: Nu ist der Hund ausm Weg, Blondchen gehört jetzt mir.

Nö. Jacko und ich gehören für immer zusammen, auch, wenn er jetzt auf der anderen Seite tobt. Leider ist Shanni ihm kurz drauf hinterhergegangen – Fortsetzung folgt. Leider für mich … immerhin sind die beiden wieder vereint in einer Dimension. Hier sind es nun der Racker Joker und ich.

Ich ohne Hund? Never. Gewöhn dich endlich dran Welt, inklusive deiner eifersüchtelnd schnupfenden Männchen.

3 Antworten zu “Tote Hunde 3 – Hintergründe und Nebenwirkungen

  1. Hei, wenn ich das so lese denke ich, jeder hat sein Päckchen zu tragen, nicht nur ich … nur auf eine andere Weise und die Dinge, die einem zusetzen, sind eben nicht die gleichen, aber für den anderen genauso schwer zu verarbeiten.

    Etwas ganz Praktisches muss ich Dir dazu noch sagen. Ich wusste bis vor wenigen Tage nicht, dass es Hunderassen gibt, die eine genetische Disposition dafür haben, besonders empfindlich und möglicherweise auch bis zu Todesfällen auf Ivermercin, eine bestimmte Form der Wurmkur für Pferde, in Pferdeäppeln zu reagieren, wenn die gerade entwurmt worden sind. Und erfahrungsgemäß fressen die meisten Hunde mit Wonne Pferdeäppel.

    Ich habe schon so oft Pferde entwurmt, auch mit Ivermercin natürlich ab und zu, und ja Hunde auf dem Hof gehalten oder mitgehabt und nie ist einem was passiert. Ob nun einer jemals einen mit frisch verabreichter Wurmkur gefressen hat, keine Ahnung.

    Aber nur als Info .. auch davon können Hunde sterben, und zwar nur manche, andere stecken das ohne wilde Symptome einfach weg.

    LG
    Renate

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  2. Hei Nicole, die haben vermutlich alle dieses Gen . habe die Abkürzung vergessen, habe das aber in unserem Blog unter dem Thema mit verlinkt, wie das heißt … und das Zeug zum Schafe entwurmen wird wahrscheinlich ähnlich sein. Kühe werden auch mit ähnlichen Sachen entwurmt wie Pferde, zum Beispiel wenn manche Pferde diese Paste nicht schlucken, machen es manche Tierärzte und geben das Zeug für Kühe als Spritze .. ist dann allerdings so dann vermutlich nicht in den Äppeln drin .. oder mache ich da einen Denkfehler. Also Kuhfladen gehen dann vermutlich, weil die meistens gespritzt werden.

    Windhunde und Podencos sehen sich vom Typ her ja auch ähnlich und Collies haben auch diese extrem lange Schnauze. Chérie, meinem Fledermaus-Mix, ist nie was passiert, obwohl ich die viel mit auf dem eigenen Land hatte. Die war ja auch nicht reinrassig Podenco, vielleicht ist es da nicht durchgeschlagen.

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