Wie gefährlich ist dein Hund?

IMG_2144Meiner ist sehr gefährlich: Er ist groß und schwarz! Nein, kein Listenhund, nicht aggressiv, nur groß und vor allem schwarz.

Ich muss nicht lange überlegen, von wem bisher eine Gefahr ausgegangen ist – mir oder meinen Hunden gegenüber. Ohne jetzt einer Rasse zu nahe treten zu wollen, das ist keinesfalls meine Intention, muss ich dennoch die betroffenen Rassen erwähnen, um zu veranschaulichen, dass keinerlei von einem Hund ausgehende Gefahr an der Rasse festgemacht werden kann.

Es war ein Pudel, der Erste, der nach mir geschnappt hat. Genauer gesagt, einfach mal so im Vorbeigehen nach meiner Hand. Die nächste Attacke folgte von einem Deutschen Schäferhund. Der erste und einzige Biss … den durfte ein Jack Russel verbuchen.

Das war so: Der kleine, süße Terrier wollte auf meinen Rüden losgehen, ein Podenco-Husky-Mix. Der hatte keine Lust auf Stress mit dem Kleinen und hat sich, wohlwollend den Blick abwendend, hinter mich gestellt. Tja – Klein-Terrier war nicht mehr zu stoppen, mein Bein im Weg, also hingen seine Zähne eben da drin statt in der Hundekehle. Hilflos hing seine Besitzerin am anderen Ende der Leine. Ich muss nun nicht erklären, dass ihr Hund das ja noch nie gemacht hat?!

Es folgte ein Deutsch Drahthaar, der sich, wann immer es ihm gelang, auf meinen Podenco-Husky gestürzt hat – einmal so richtig schön in der Brust verbissen. Dessen Erbe übernahm ein Border Collie. Lecker, Bisswunde direkt neben dem Auge.

Erneut kommt ein Jack Russel ins Spiel: Die Dame hat sich, ohne Vorwarnung aus der Dunkelheit schießend, im Kopf meiner Podenca verbissen, als ich abends mit ihr an der Leine die Straße entlang lief. Podenca riss sich los, hat die Jacky-Dame im Rücken hängen. Naja, Tierarzt, Kopf und Rücken wieder zusammengetackert. Die selbe Jacky-Dame hat sich später auf meinen, inzwischen großen, gefährlichen, damals acht Wochen alten schwarzen Welpen gestürzt. Einfach nur, weil er da war … einige Meter von ihr entfernt, noch arg verschüchtert in Anbetracht der großen, weiten Welt, neben mir an der Leine.

Der Schwarze jetzt? Das ist ein Mischling: Australian Shepherd, Weißer Schäferhund, schwarzer Labrador. Er trägt optisch das schwarze Erbe seines Vaters zur Schau, hat dessen humorvolle Seele geerbt, zieht in kritischen Situationen aber lieber den Schwanz ein und ergreift die Flucht – ein Erbe des weißen Anteils der Mutter. Fühlt er sich sicher, zeigt er ebenfalls mütterliche Züge und hütet umherfliegendes Laub oder so. Manchmal beißt er auch in einen Stock und trägt ihn durch die Gegend – wenn er nicht gerade misstrauisch angestarrt wird und Kinder und kleine Terrier auf dem Arm in Sicherheit gebracht werden.

Zu meinen regelmäßigen Pflegehunden zählten zwei Stafford-Damen. Die eine eher vertrottelt, vor allem verfressen, die andere unverfälscht treu und anhänglich. Kampfhunde? Die beiden Staffs? Ich schwanke zwischen müdem Lächeln und lautstarkem Lachkrampf. Auch das Hündinnen-Argument zählt nicht: Ein unkastrierter Staff-Rüde war einer der besten Kumpels meines inzwischen verstorbenen Podenco-Husky-Rüden, mein gefährlicher schwarzer Mischling hat die freundschaftliche Nachfolge angetreten.

Überraschung: Das Gefährlichste, was mir jemals begegnet ist, war keinesfalls ein Hund, schon gar nicht irgendeiner bestimmten Rasse. Niemals. Es war immer der Mensch dahinter. Es folgt gesellschaftliche Meinungsmache – wissen und schreien, ohne Ahnung zu haben. Gratuliere zu dieser intelligenten Glanzleistung an der Spitze der Säugetiere und der Nahrungskette.

Als ein Hund noch ein Hund sein durfte, da waren schwarze Menschen die Bösen, oder wie war das noch?

3 Antworten zu “Wie gefährlich ist dein Hund?

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  3. Ja wie gefährlich ist unser Hund? Und nicht böse werden, wenn ich mit der gefährlichsten Situation, die uns über unseren Hund jemals passiert ist, leider wegen der Rasse Öl ins Feuer gießen muss, auch wenn ich Dir in diesem Fall recht gebe, das Gefährlichste an dieser Hündin war bis zu diesem Zeitpunkt ihr Herrchen, der nun wohl endlich begriffen hat, dass er auf sie aufpassen muss.

    Also ich habe schon mein ganzes Leben lang Hunde gehabt und mein Mann ebenfalls. Wir sind mit Hunden aufgewachsen und es würde den Rahmen dieses Kommentars sprechen, über alle zu reden.

    Heute halten wir einen Parson Jack Russel Terrier, den wir aus dem Tierheim haben. Er war freundlich zu unserer Podenco-Mix-Hündin, die wir damals noch hatten, deshalb suchten wir ihn als ihren neuen Freund aus. Er war auch zu Hause freundlich zu unserer steinalten Wohnungskatze, das ist er auch noch immer, denn unsere Kazte lebt noch.

    Kurz nach seinem Einzug hierher zog in den ersten Stock eine Frau mit einem Doggen-Mix ein, einem Weibchen, die zu Menschen freundlich, aber zu unserer Hündin aggressiv war. Die war war drogensüchtig und nicht in der Lage, auf ihre Hündin aufzupassen. Die griff ständig unsere sehr alte Hündin an und unser neuer Rüde lernte, seine Hündin erfolgreich zu verteidigen. Schließlich wurden Jack Russel Hunde für die Wildschweinjagd gezüchtet. Als die Frau an einer Überdosis starb, verschwand diese Hündin aus unserer Nachbarschaft. Auch unsere alte Hündin starb kurz darauf an Hautkrebs.

    Unser verblebener Jack Russel vertrug sich nicht mit jedem Hund, er spielte mit manchen, mit anderen nicht, wirklich gefährlich ist er nicht, aber er kann schon ab und zu kneifen, auch Menschen, wenn sie zum Beispiel betrunken sind, was er gar nicht leiden kann. Da muss ich sehr aufpassen.

    Es starb auch die Schäferhündin eines Nachbarn von gegenüber und jemand brachte ihm eine sehr schwierige Rottweiler-Mix-Hündin, der selbst nicht mit ihr fertig wurde. Die erwischte Boomer vor einigen Jahren schon einmal, als er an der Leine und sie lose war, aber ihr Herrchen und mein Mann waren in der Nähe, so dass nicht viel passierte.

    Letzten Sommer dann der Schock. Wir waren auf dem Weg zum Baden, als die Rottweiler-Hündin wieder ohne Leine aus dem Wald hinter unserem Wohnblock kam, ihr Herrchen weit und breit nicht zu sehen. Nach kurzen Stehenbleiben stürzte sie sich auf unseren Boomer. Ich begann wie am Spieß zu schreien und hatte bald sämtliche Nachbarn an den Fenstern stehen. Mein Mann und ich schafften nicht, die wütende Rottweiler-Hündin von unseren Jack Russel zu lösen. Es half auch nicht, als zwei Russen und begannen zu helfen, die Nachbarn von uns sind. Es war so niedlich, dass sie das taten, beide sturzbetrunken, der eine mit seinem Krückstock, den er sonst immer benutzt, um nicht umzukippen. Ich hätte nie gedacht, dass die zwei mich so gern haben, dass sie sich in Lebensgefahr begeben würden, um unseren Hund zu retten.

    Endlich kam das Herrchen hinterher. Unser Boomer blutete extrem aus vielen Wunden. Die schlimmste war eine über der Schulter bis hoch zur Kehle, die die Hündin Gott sei Dank noch nicht durchgebissen hatte. Wir fuhren mit dem extrem blutenden Boomer sofort zu unserer Tierärztin.

    Von der Versicherung unseres Nachbarn erfuhren wir, dass es schon der 3. Versicherungsschaden innerhalb der letzten Wochen war. Er erzählte uns später, er hätte seiner Versicherung gekündigt, weil sie ihn nun sehr hoch gestuft hätten und er das nicht richtig fände. Auch die Dackelhündin einer Nachbarin wurde von der Hündin schwer verletzt, aber die war auch nicht an der Leine gewesen und so war es kein Versicherungsschaden. Aber nun hatten es so viele Leute selbst gesehen, die Sache hat sich überall wie ein Lauffeuer rumgesprochen, ich habe ja auch laut genug draußen geschrien.

    Seitdem habe ich ihn nicht mehr ohne Leine mit seiner Hündin gesehen. Ich hoffe, das bleibt auch so und er passt in Zukunft besser auf das Tier auf.

    LG
    Renate

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